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Corr I 356
Konditionierung/Gray/GrayVsEysenck: Kurz gesagt, Gray (1970(1), 1972b(2), 1981(3)) schlug eine Modifikation von Eysencks 1957(4) Theorie vor:
(a) zur Position von Extraversion (E) und Neurotizismus (N) im multivariaten statistischen Faktorraum; und
(b) zu ihren neuropsychologischen Grundlagen. Laut Gray sollten Extraversion und Neurotizismus um etwa 30° gedreht werden, um die kausal effizienteren Achsen der "Strafempfindlichkeit" zu bilden, die Angst (Anx) widerspiegeln, und der "Belohnungsempfindlichkeit", die Impulsivität (Imp) widerspiegelt.
Grays Modifikation besagt, dass hochimpulsive Individuen (Imp+) am empfindlichsten auf Belohnungssignale reagieren, im Vergleich zu ihren niedrig impulsiven (Imp-) Gegenpart. Hoch ängstliche Individuen (Anx+) reagieren am empfindlichsten auf Strafsignale, im Vergleich zu ihren niedrig ängstlichen (Anx-) Gegenübern. >Faktoranalyse, >Faktorenrotation.
Corr I 357
GrayVsEysenck: Nach dieser neuen Sichtweise sind die Extraversion- und Neurotizismus-Dimensionen von Eysenck (Eysenck 1957)(4) sekundäre (zusammengeführte) Faktoren dieser grundlegenderen Merkmale und Prozesse. Dies wird nun als "teilbare Hypothese der Subsysteme" bezeichnet (Corr 2001(5), 2002a(6); siehe Corr und McNaughton 2008(7)).
Solution/Gray: Grays (1970)(1) Theorie ist den Problemen, die mit Eysencks Theorie kamen, geschickt ausgewichen, und sie hat auch erklärt, warum Introvertierte im Allgemeinen kortikaler erregt wurden: Sie sind strafempfindlicher (Strafe ist erregender als Belohnung); und da Extravertierte empfindlicher auf Belohnung, nicht auf Strafe reagieren, sind sie entsprechend weniger erregt. Vgl. >Konditionierung/Eysenck, >Konditionierung/Psychologische Theorien.



1. Gray, J. A. 1970. The psychophysiological basis of Introversion–Extraversion, Behaivour Research and Therapy 8: 249–66
2. Gray, J. A., 1972b. The psychophysiological nature of Introversion-Extraversion: a modification of Eysenck’s theory, in V. D. Nebylitsyn and J. A. Gray (eds.), The biological bases of individual behaviour, pp. 182–205. New York: Academic Press
3. Gray, J. A. 1981. A critique of Eysenck’s theory of personality, in H. J. Eysenck (ed.), A model for personality, pp. 246–76. Berlin: Springer
4. Eysenck, H. J. 1957. The dynamics of anxiety and hysteria. New York: Preger
5. Corr, P. J. 2001. Testing problems in J. A. Gray’s personality theory: a commentary on Matthews and Gilliland (1999), Personal Individual Differences 30: 333–52
6. Corr, P. J. 2002a. J. A. Gray’s reinforcement sensitivity theory: tests of the joint subsystem hypothesis of anxiety and impulsivity, Personality and Individual Differences 33: 511–32
7.Corr, P. J. and McNaughton, N. 2008. Reinforcement sensitivity theory and personality, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 155–87. Cambridge University Press


Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

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Corr II 121
Konditionierung/Eyeblink-Conditionality/Gray/MacNaughton/Corr: Ein großer Teil der Debatte über Persönlichkeit in der Literatur über menschliche Konditionierung drehte sich um eine bestimmte
II 122
Art der Konditionierung, nämlich die des Lidschlags (engl. eyeblink). Grays erster datenorientierter Abschnitt konzentriert sich auf die "eyeblink conditionality" sowohl bei introvertierten als auch bei Personen mit einer hohen 'manifestierten Angststörung' (Taylor, 1956) (1), die seiner Meinung nach (...) neurotisch Introvertierte sind. Die Daten der "eyeblink"-Konditionierung und die Argumente sind kompliziert (insbesondere, wenn partielle Verstärkungsschemata verwendet werden), passen aber am besten zu der Vorstellung, dass Introvertierte nur unter Bedingungen, unter denen sie stärker erregt sind, besser lernen als Extravertierte; wobei diejenigen mit einem hohen Anteil an Angstzuständen (d.h. neurotische Introvertierte) eine bessere Konditionierung zeigen, wenn sie einer Bedrohung ausgesetzt sind. Neurotisch-Introverte konditionieren "eyeblink" in der Regel schneller und vergessen es langsamer als andere Menschen. Wenn wir davon auf alle Lernenden (insbesondere die sozialen) verallgemeinern können, dann können wir ihre introvertierten Symptome auf die gleiche Weise wie Eysenck erklären.
> Konditionierung/Eysenck.


1. Taylor, J. (1956). Drive theory and manifest anxiety. Psychological Bulletin, 53, 303–320.


McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Gray, Jeffrey A.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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> Gegenargumente gegen Gray

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