Philosophie Lexikon der Argumente

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Bedeutungswandel: In diesem Zusammenhang geht es um die Frage, ob sich die Bedeutung von Begriffen einer Theorie im Licht neuer Erkenntnisse ändert. Siehe auch Inkommensurabilität, Geschichte, Theorien, Theorienwandel.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Rorty I 300
Bedeutungswandel/Putnam/Rorty: Die Suche nach einem Kriterium für den Bedeutungswandel war verhängnisvoll. Man erkannte, dass Feyerabend sein eigenes Argument falsch vorgebracht hatte, als er von Bedeutungswandel sprach.
PutnamVsFeyerabend: für Feyerabend hängt die Bedeutung von der gesamten Theorie ab. Wenn man annimmt, die Empirie verändere die Bedeutung des Ausdrucks, käme das der Aufgabe der Unterscheidung zwischen Bedeutungsfragen und Tatsachenfragen gleich.
Zu sagen, dass die semantischen Regeln des Deutschen überhaupt nicht von den empirischen Meinungen seiner Sprecher unterschieden werden können, hieße den Begriff einer semantischen Regel des Deutschen über Bord zu werfen.
Jeder Anschein einer Sensation wäre verschwunden, denn "Sensation" hängt doch davon ab, dass man sich ständig zwischen einer ungewöhnlichen und der herkömmlichen Auffassung von Bedeutung hin und her bewegt.
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Putnam I 63
Theorie/Putnam: zwei Theorien müssen nicht gleichbedeutende Begriffe haben, sondern nur gleiche Referenz.
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Cavell I 268
Verständlichkeit/Putnam: vor Riemann waren die entsprechenden Begriffe unverständlich. Bsp Geometrie des Universums von Massendichte abhängig.
I 269
Begriffswandel/Putnam: sagt man uns, gerade Linien könnten sich in nichteuklidischer Weise verhalten, dann, so die Idee, wird der alten Grammatik nicht widersprochen, man gibt sie schlicht auf. Ja, der Begriff der geraden Linie ist verändert worden.
Putnam: Mag sein. aber seine Denotation hat sich nicht verändert. Wer diese fälle an Fälle angleicht, in denen sich die Denotation ändert, liegt völlig falsch. ((s) Denotation hier gleich Bezug, Benennung, Bezeichnung?)
Def Denotation/Duden: a) die auf den Gegenstand hinweisende Bedeutung: (Mond: Erdtrabant)
b) die formale Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem.
I 270
Putnam: dann müsste man fragen: was sind denn dann die geraden Linien im alten Sinn?
Wenn wissenschaftliche Revolution Neudedefinition von Begriffen bedeutete, oder wenn wir immer unsere Kriterien ändern müssten, dann könnten wir eben nicht von den gleichen Objekten reden!
Projektion alter Begriffe in neue Situationen ist auch nötig, um Metaphern und Witze zu verstehen.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Cav I
St. Cavell
Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen Frankfurt 2002

> Gegenargumente gegen Putnam



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017