Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Corr I 363
Furcht/Angst/Emotionen/Tierstudien/Blanchard/Blanchard: Über einen längeren Zeitraum hinweg untersuchten die Blanchards die verhaltensbezogenen Auswirkungen von Psychopharmaka-Klassen auf das Abwehrverhalten von Nagetieren in realistischen experimentellen Situationen, die als "ethoexperimentelle Analyse" bekannt sind: "etho", um das natürliche Verhalten von Nagetieren in realitätsnahen Umgebungen widerzuspiegeln (z.B. Einfrieren im Angesicht der Bedrohung), und "experimentell", um die Kontrolle über die Eigenschaften dieser realitätsnahen Umgebung widerzuspiegeln. Siehe Robert und Caroline Blanchard (Blanchard und Blanchard 1988(1), 1990(2); Blanchard, Griebel, Henrie und Blanchard 1997(3)).
Eine sorgfältige Analyse der Verhaltenswirkungen von klinisch wirksamen Psychopharmaka (z.B. Anxiolytika) auf Nagetiere ergab eine Reihe von Erkenntnissen, die auf die Existenz von zwei breiten Klassen von Abwehrverhalten (Vermeidung von Bedrohung und vorsichtiger Umgang mit Bedrohung) hindeuteten - oder nach Ansicht der Blanchards unmittelbar vs. potentielle Bedrohung.
A. Eine Klasse von Verhaltensweisen wurde durch die unmittelbare Anwesenheit eines Raubtieres (z.B. einer Katze) hervorgerufen - diese Klasse konnte eindeutig auf einen Zustand der Angst zurückgeführt werden. Die Verhaltensweisen wurden als
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sehr empfindlich gegenüber paniklösenden (d.h. panikreduzierenden) Medikamenten beobachtet, aber nicht so sehr gegenüber Medikamenten, die spezifisch anxiolytisch sind (d.h. angstreduzierend).
B. Eine ganz unterschiedliche Verhaltensklasse (einschließlich der "Risikobewertung") wurde durch das potenzielle Vorhandensein eines Raubtiers hervorgerufen - diese Verhaltensklasse war sehr empfindlich gegenüber Anxiolytika. Sowohl funktionell als auch pharmakologisch unterschied sich diese Klasse von den Verhaltensweisen, die auf Angst zurückzuführen waren, und konnte auf einen Angstzustand zurückgeführt werden. Wie diese Unterscheidung zeigt, können Angst und Schrecken in einigen wichtigen funktionalen Aspekten unterschiedliche Motivationen widerspiegeln (Vermeidung vs. Eintreten in gefährliche Situationen).


1. Blanchard, D. C. and Blanchard, R. J. 1988. Ethoexperimental approaches to the biology of emotion, Annual Review of Psychology 39: 43–68
2. Blanchard, R. J. and Blanchard, D. C. 1990. An ethoexperimental analysis of defense, fear and anxiety, in N. McNaughton and G. Andrews (eds.), Anxiety, pp. 12–133. Dunedin: Otago University Press
3. Blanchard, R. J., Griebel, G., Henrie, J. A. and Blanchard, D. C. 1997. Differentiation of anxiolytic and panicolytic drugs by effects on rat and mouse defense test batteries, Neuroscience and Biobehavioral Reviews 21:783-9



Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Blanchard, D. Caroline

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

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