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Ward Goodenough über Kultur – Lexikon der Argumente

Corr I 393
Kultur/Goodenough/Saucier: Goodenough (1981)(1) betont die Ähnlichkeiten zwischen der Darstellung von Kultur in Individuen und der Darstellung von Sprache in Individuen.
Idiolekt: Die Sprecher einer Sprache (man könnte sie auch eine Sprachgemeinschaft nennen) sind keine homogene Gruppe. Es gibt individuelle Unterschiede im Wissen sowie in der Verwendung von Grammatik und Wortschatz. Eine Person kann Slang, technisches oder anderes Vokabular kennen, was eine andere Person nicht tut; die einzigartige Version der Sprache des Einzelnen kann als "Idiolekt" bezeichnet werden.
Dialekt: Das Analogon einer Subkultur wäre ein Dialekt. Man kann lernen, mehr als eine Sprache zu sprechen und trotzdem an mehr als einer Kultur teilzunehmen.
Sprache/Goodenough: Wie eine Kultur verkörpert eine Sprache eine Reihe von Standards (für die Kommunikation). Die einer Gruppe zugeschriebenen Standards können als funktionsfähig angesehen werden, abgesehen von den Individuen in der Gruppe - eine gemeinsame Illusion.
Kultur/Goodenough: Es ist ebenso unsinnig, von "Zugehörigkeit zu einer Kultur" (oder Zugehörigkeit zu ihr) zu sprechen wie von "Zugehörigkeit zu einer Sprache". Wie Goodenough es ausdrückt, kann man "nicht Mitglied einer Reihe von Normen oder eines Wissens über Zollfragen sein" (1981, S. 103). Du benutzt eine Kultur, so wie du eine Sprache benutzt.
Goodenough spezifiziert die Inhalte der Kultur in systematischer Beziehung zueinander, beginnend mit den grundlegendsten Einheiten, über die Bewegung von
a) Formen (Kategorien, Konzepte, Ideen), bis zu
b) Vorschläge, bis hin zu
c) Überzeugungen. Persönliche Werte
d) sind jene persönlichen Überzeugungen, die mit inneren Gefühlszuständen, Wünschen, gefühlten Bedürfnissen, Interessen und mit der Maximierung von Befriedigung und Minimierung von Frustration verbunden sind.
Die nächstabstraktesten Einheiten scheinen weniger offen psychologische Sprache zu sein, man könnte sie als "Idiolekt" bezeichnen. Das Analogon einer Subkultur wäre ein Dialekt. Man kann lernen, mehr als eine Sprache zu sprechen.
Zugehörigkeit zu einer Gruppe/Mitgliedschaft/Goodenough: Es ist ebenso unsinnig, von "Zugehörigkeit zu einer Kultur" (oder Zugehörigkeit zu ihr) zu sprechen wie von "Zugehörigkeit zu einer Sprache". Wie Goodenough es ausdrückt, kann man "nicht Mitglied einer Reihe von Normen oder eines Wissens über Zollfragen sein" (1981, S. 103). Du benutzt eine Kultur, so wie du eine Sprache benutzt.
Inhalt der Kultur/Goodenough: (a)-(d) (siehe oben) plus
Es gibt
e) Regeln und öffentliche Werte - Systeme, die Regeln, Codes, Pflichten, Verpflichtungen, Rechte, Privilegien und Normen der Fairness festlegen;
f) Rezepte (bekannte Verfahrensanforderungen zur Erreichung eines Zwecks, wie in Anleitungen und Etiketten);
g) Routinen und Bräuche; und schließlich
h) Institutionen, die Einheiten (e) bis (g) organisieren und systematisieren. Siehe >Kultur/Schwartz, >Persönlichkeitssystem/Saucier.



1. Goodenough, W. H. 1981. Culture, language, and society. Menlo Park, CA: Benjamin/Cummings


Gerard Saucier, „Semantic and linguistic aspects of personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Goodenough, Ward

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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