Philosophie Lexikon der Argumente

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Deflationismus: Sammelbegriff für Theorien, die Wahrheit als Eigenschaft von Sätzen auffassen, also nicht als etwas zu Verwirklichendes (>Pragmatismus). Grundlage für den Deflationismus ist das Schema von Tarskis Wahrheitsdefinition z.B. "Schnee ist weiß" ist wahr genau dann, wenn Schnee weiß ist. Siehe auch Disquotationalismus, Wahrheitstheorie, Wahrheitsdefinition, Bedeutungstheorie, Bedeutungsholismus, Holismus, Prosatztheorie, Pragmatismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 91
Deflationismus/Wissen/Field: These: wir wissen die Konsistenz der Axiome z.B. der Mengenlehre oder der Theorie der reellen Zahlen nicht. - Denn das würde mathematische Entitäten verlangen - Konditionales Möglichkeits-Prinzip/Field: (dies würde auch Frege zugestehen): wenn nicht-modale Form, dann Wissen aus Nachdenken über die logische Form allein - Deflationismus/Field/(s): führt dazu, daß wir kein mathematisches Wissen haben, soweit mathematische Entitäten (mE) betroffen sind, da es diese nicht gibt.
I 108
VsDeflationismus/Modelltheorie/Beweistheorie/Field: Problem: weil es keine mathematische Entitäten (mE) gibt, sind die (platonistischen) Schemata (MTP) Wenn es ein Modell für "A" gibt, dann MA - und (MS) Wenn es einen Beweis von "-A" in F gibt, dann ~MA nur trivialerweise wahr - Lösung: modale Surrogate der Schemata: (MTP#)Wenn N(NBG > es gibt ein Modell für "A") dann MA - und (MS#) Wenn N(NBG > es gibt einen Beweis von "~A" in F) dann ~MA - (F: hier Sprache) - "A" ein Satz - NBG: Neuman/Bernays/Gödel - I 110 Fazit: der Deflationismus hat kein Problem mit der Modelltheorie und der Beweistheorie wenn es darum geht, etwas über Möglichkeit und Unmöglichkeit herauszufinden - I 113 - Defla/Field: sagt nicht, daß die mathematischen Aussagen etwas anderes bedeuten, sondern dass das was sie bedeuten, nicht buchstäblich gewußt werden kann. - Deduktivismus: behauptet immer, daß was AQ bedeutet das ist, daß A aus einer anderen Aussage folgt - Defla: muß keine Aussagen isolieren - hier sind andere Aussagen nicht für die Bedeutung von A relevant.
II 104
Inflationismus: Frege/Russell/Tractatus/Ramsey: Wahrheitsbedingungen (WB) sind zentral für Bedeutung und Inhalt - Vs: Deflationismus: keine WB, stattdessen vielleicht Verifikationstheorie. - II 108 - Defla/Field: Hauptsache: daß er keine WB braucht. - Er braucht eigentlich auch keinen Verifikationismus - Der Deflationismus muß auch ausschließen, daß es eine physikalistische Reduktion von WB gibt.
II 114 logische Verknüpfung/Defla: ein Hauptvorteil scheint zu sein, daß er diese Wahl (zwischen Tatsachen) nicht treffen muß - Lösung: man kann ganz einfach in seinen eigenen Worten erklären, was es ausmacht, daß "oder" der Wahrheits-Tabelle gehorcht: es folgt aus der wahrheitsfunktionalen (wafu) Logik zusammen mit der Logik des disquotationalen W-Prädikats, ohne Erwähnung irgendwelcher Tatsachen über den Gebrauch. "p" ist wahr gdw. p folgt mit begrifflicher Notwendigkeit kraft der kognitiven Äquivalenz der rechten und linken Seite. - Problem: begriffliche Notwendigkeit ist nicht hinreichend um zu zeigen, daß "oder" der WW-Tabelle genügt. - Wir brauchen noch Verallgemeinerung.
II 116
Deflationismus/Gavagai: für ihn gibt es hier nichts zu erklären - es ist einfach Teil der Logik von "referiert", daß" Kaninchen" auf K. referiert. - II 117 Referenz/Defla: wenn WB unwichtig sind, dann kann auch Referenz keine zentrale Rolle spielen. - Lösung: nicht Referenz ist die Grundlage, sondern Beobachtungen über unsere Praxis des Schließens. - Dann ist Referenz rein disquotational - Bsp nicht: "Gödel referiert nicht auf den Entdecker des Unvollständigkeitssatzes" sondern "Gödel ist nicht der Entdecker" - danach semantischer Aufstieg.
II 118
KausaltheorieVsDeflationismus: der D. kann nicht sagen, daß alles was wir dafür brauchen, daß mein Wort für Hume auf Hume referiert, das Zitattilgungsschema ist. - Dennoch kann der Deflationist akzeptieren, daß das kausale Netzwerk das erklärt, was sonst mysteriös wäre: die Korrelation zwischen Glauben und Tatsachen über Hume. II 119 Defla.: die Grenze zum Infla. verschwimmt, weil wir etwas konstruieren müssen, das als inflationistische Relation "S hat die WB p" betrachtet werden könnte, oder auch nicht. II 127
VsDeflationismus: 1. Er kann nicht zwischen "Entweder er ist ein Frisör oder kein Frisör" und -"Entweder er ist ein Faschist..." unterscheiden (> Strawson) - 2. Er kann die Erklärungskraft der WB nicht erklären - (Bsp für Verhalten und Erfolg) - 3. Er kann nicht zwischen vagem und nicht-vagem Diskurs unterscheiden - 4. Er kann nicht Wahrheits-Zuschreibung in anderen Sprachen behandeln - 5. Er gibt "wahr" falsche modale Eigenschaften ((s) "notwendig wahr" oder "kontingent wahr") - 6. Er kann Mehrdeutigkeit, Indices und Demonstrativa nicht behandeln - 7. Er kann Lernen nicht erklären.
Ad II 260
Deflationismus/Nonfaktualismus/Fazit/Field/(s): der Deflationismus (Disquotationalismus) nimmt keine Tatsachen an, die es z.B. ausmachen, warum ein Wort auf ein Ding referiert. - Für ihn ist es sinnlos zu fragen, warum -"Entropie" auf Entropie referiert. - (8s)( Gebrauch/(s): wäre eine solche Tatsache.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.11.2017