Philosophie Lexikon der Argumente

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De se, Glauben de se: eine Einstellung, die man über sich selbst hat. Selbstidentifikation ist dabei nicht völlig sicher gegen Irrtum. Siehe auch de re, de dicto.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Frank I 16ff
Def de se/Lewis: die Selbstzuschreibung individuierender Eigenschaften geschieht in einem Glauben de se (von sich selbst) - dieser lässt sich nicht als Glaube de dicto analysieren -aber umgekehrt: Glaube de dicto und de re lässt sich als Glaube de se analysieren - engerer Sinn: Selbstzuschreibung von Eigenschaften, die das Individuum in Raum und Zeit lokalisieren.
Castaneda: indexikalische Bezugnahmen sind nicht aufeinander reduzierbar - VsLewis: daher brauchen wir neben dem Glauben de se eigentlich noch einen "de te", "de nunc", "de ibi" usw.
Lewis IV 120ff
Einstellungen de se/Lewis: die Einstellungen die man irreduzibel über sich selbst hat sind nicht propositional - aber auch sie können durch Sätze ausgedrückt werden - sie sind aber keine Propositionen - Bsp man hält sich für einen Trottel - dann drückt man mehr eine Eigenschaft aus als eine Proposition.
IV 145
De se/Wunsch/Lewis: Objekte von Wünschen sind oft Eigenschaften, nicht Propositionen - müssen nicht von allen Bewohnern derselben Welt geteilt werden - Proposition/Lewis/(s) ist in möglichen Welten wahr oder nicht wahr - dann gilt sie für alle, nicht personenbezogen für bestimmte Personen.
IV 145/146
De se/Lewis: bestimmte Rolle (Lokalisierung auf bestimmte Weise) in möglichen Welten z.B. selbst der "Gewinner" sein (entspricht einer Eigenschaft). - De dicto: bloß Wunsch nach Welt mit Gewinnern und Verlierern (entspricht Proposition) - Bsp Zwei allwissende Götter: die beiden unterscheiden sich nicht in Bezug auf irgendeine Proposition - wenn es darum geht auf dem höchsten Berg zu sitzen und Manna zu schleudern, können sie es tun oder lassen.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

> Gegenargumente gegen Lewis



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.06.2017