Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
 
Disposition, Philosophie: die Anlage zu einem bestimmten Verhalten, das zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht eingetreten ist. Problem Aussagen, die Dispositionsausdrücke enthalten, können nicht in ihrem Wahrheitswert bestimmt werden, da das entsprechende Ereignis nicht eingetreten ist. In Klassischer Logik kann sogar geschlossen werden, dass ein Satz, der eine Disposition zuschreibt, trivial wahr ist, solange die entsprechenden Umstände nicht eingetreten sind. Siehe auch Dispositionsausdrücke, Kontrafaktisches Konditional, Gesetzesaussage, Propensitäten.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
Bücher bei Amazon
II 58f
Disposition/Goodman: ich vermute, dass Dispositionen weniger problematisch sind als irreale Bedingungssätze, was komisch klingt, da doch beide vollständig ineinander überführbar sind.
Vs: es lassen sich leicht Umstände angeben (etwa Sauerstoffmangel) unter denen die Dispositionsaussage wahr und der irreale Bedingungssatz (kontrafaktisches Konditional) falsch ist. Man müsste also wieder vorsichtiger übersetzen:
"Wenn die Bedingungen günstig gewesen wären...".
Der entscheidende Punkt ist, dass die Dispositionsaussage schwächer ist. > Umstände.
II 61
Verborgene Variable/Goodman: Es ist irreführend, das Problem der Dispositionen als das der Erklärung verborgener Eigenschaften aufzufassen. Ich möchte nicht sagen, es gebe irgend einen Gegenstand wie die Eigenschaft brennbar oder die Eigenschaft "brennend". Es sind eben Prädikate, die Beziehungen herstellen.
II 65
Wesentliche Eigenschaften/Wesen/Goodman: Es kommt nicht darauf an, wie wesentlich eine Eigenschaft ist, sondern wie sie sich zu der manifesten Eigenschaft verhält. Das Problem der Disposition besteht in der Definition dieser Art der Verbindung.
II 69
Wenn man zu der Überzeugung kommt, das Auftreten eines bestimmten Spektrums sei ein gutes Anzeichen für die Biegsamkeit, dann kann man das Prädikat "unter Kraft oder gemäß spektroskopischer Untersuchung biegsam" und sein Gegenteil (nicht biegsam) definieren.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

> Gegenargumente gegen Goodman
> Gegenargumente zu Dispositionen



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.07.2017