Philosophie Lexikon der Argumente

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Beschreibungsebenen, Philosophie: Da Gegenstände, Situationen, Zustände, Handlungen oder Personen niemals vollständig beschrieben werden können stellt sich die Frage nach der Ebene, auf der sie dargestellt werden. Ebenen resultieren aus der Aufteilung eines Bereichs in Unterbereiche, für die unterschiedliche Regeln für das Aufstellen von Behauptungen gelten. So können z.B. über Mengen andere Aussagen gemacht werden, als über deren Elemente. Siehe auch Metasprache, Objektsprache, Theorie, Metatheorie, Metalogik, Metasemantik, Metaethik, Metaebenen, Paradoxien, Ordnung, Stufen, Logik 2. Stufe, Qua-Objekte, Vollständigkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
IV 25
Beschreibungsebene/Interaktion/Kommunikation/Habermas: dass Interaktionsteilnehmer denselben Stimulus übereinstimmend interpretieren, ist ein Sachverhalt, der an sich, aber nicht für sie ((s) die Interaktionsteilnehmer) existiert. ((s) Siehe Außen/Innen/Maturana, Beschreibung/Maturana). Anwendungsbeispiel:
IV 30
Es genügt nicht, übereinstimmende Interpretationen zuzuschreiben,
IV 31
es müssen vielmehr identische Bedeutungen gefordert werden. Die Bedeutungskonstanz der Symbole muss nicht nur an sich gegeben, sondern für die Symbolbenutzer selbst erkennbar sein. ((s) Erst dann können Reaktionen nicht nur erwartet werden, sondern auch Fehldeutungen erkennbar gemacht werden.)

IV 229
Beschreibungsebenen/Lebenswelt/System/Habermas: aus der Teilnehmerperspektive der Angehörigen der Lebenswelt muss es sich so darstellen, als beziehe sich die systemtheoretische Soziologie nur auf eine der drei Lebensweltkomponenten, nämlich das Institutionensystem, zu dem Kultur und Persönlichkeit lediglich Umwelten bilden.
Aus der systemtheoretischen Beobachterperspektive stellt es sich umgekehrt so dar, als beschränke sich die Analyse der Lebenswelt auf dasjenige unter den gesellschaftlichen Subsystemen, das auf die Erhaltung von Strukturmustern (pattern-maintenance) spezialisiert ist. Die Komponenten der Lebenswelt sind dann lediglich interne Differenzierungen dieses Subsystems der Bestandsdefinition.
IV 232
Die Entkoppelung von System und Lebenswelt lässt sich solange nicht als Differenzierungsvorgang zweiter Ordnung begreifen, wie wir uns nur auf eine der beiden Perspektiven konzentrieren, statt beide ineinander zu transformieren. Wir wollen stattdessen die Zusammenhänge beider untersuchen.
Jede neue Ebene der Systemdifferenzierung bedarf einer veränderten institutionellen Basis, und für diese Transformation übernimmt die Evolution von Recht und Moral Schrittmacherfunktionen.
IV 246
Die über Tauschbeziehungen laufende segmentäre Differenzierung und die über Machtbeziehungen laufende Stratifizierung von Stammesgesellschaften kennzeichnen zwei verschiedene Ebenen der Systemdifferenzierung. Für die Erhaltung des Systembestandes ist die soziale Integration (Koordinierung von Handlungsorientierungen) nur in dem Maße nötig, wie sie die Rahmenbedingungen für die funktional notwendigen Zuordnung von Handlungseffekten sichert. Aber die verschiedenen Mechanismen sind nicht a priori harmonisiert.
IV 259
Beschreibungsebenen/Habermas: Moral- und Rechtsnormen sind Handlungsnormen zweiter Ordnung, an denen sich die Formen der sozialen Integration studieren lassen. Nach Durkheim werden sie abstrakter und allgemeiner, während sich beide gleichzeitig voneinander differenzieren.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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> Gegenargumente gegen Habermas

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