Philosophie Lexikon der Argumente

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Eigenschaft: was einem Gegenstand zur Unterscheidung von anderen Gegenständen zugeschrieben werden kann. In der Philosophie gibt es Diskussionen darüber, ob Eigenschaften existieren bzw. ob "nackte Einzeldinge" existieren können. Ausdrücke für Eigenschaften sind Prädikate. Nicht jedem Prädikat muss eine Eigenschaft entsprechen. Siehe auch Quantifikation über Eigenschaften, Logik 2. Stufe, Schemabuchstaben.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 9
Def Eigenschaft/Stalnaker: a) dünne Definition/sparsame: eine Weise, wie Individuen gruppiert werden können.
b) reichere Def/Stalnaker: (robuster) etwas, woraufhin (in Bezug worauf) die Individuen gruppiert werden. Dazu identifizieren wir intrinsische Eigenschaften mit Regionen eines Eigenschaftsraums - Pointe: da die Elemente der Mengen nicht identisch mit den Individuen sind, die die E instantiieren, repräsentiert das die Unabhängigkeit von Eigenschaften von ihrer Instantiation - ((s) Also geht Stalnaker davon aus, dass Eigenschaften auch existieren, wenn sie nicht (niemals?) instantiiert sind.) -
I 75
Modallogik/ML/Semantik/extensional/Stalnaker: Bsp Eigenschaft: wird repräsentiert als singuläre Aussagenfunktion (AF), die in Individuum als Argument nehmen und eine Proposition als Wert liefern - äquivalent damit: Eigenschaft: eine Funktion, die eine mögliche Welt (MöWe) als Argument nimmt und eine Menge von Individuen als Wert liefert - sie ist damit intuitiv eine Auswahlregel für eine Klasse von Individuen, gegeben die Tatsachen - und umgekehrt: eine Auswahlprozedur für eine Klasse von Individuen ist eine Eigenschaft der ausgewählten Individuen - Problem: der Unterscheidung zwischen referentiellen und rein qualitativen Eigenschaften entspricht extensional nichts - anders als bei der Unterscheidung zwischen essentiellen und akzidentellen - referentielle Eigenschaften: sind definiert in Begriffen der Individuen, die sie haben - falsche Lösung: zu stipulieren, dass nur akzidentelle Eigenschaft für atomare Prädikate gewählt werden dürfen - das verhindert nicht, dass essentielle Zuschreibungen wahr sein könnten - es verhindert nur, dass sie ausgedrückt werden könnten.
Anti-Essentialismus/Lösung: die Eigenschaften müssen unabhängig von den Welten und den Individuen definiert werden.
I 78
Intrinsische Eigenschaft/nackte-Einzelding-Theorie: um intrinsische Eigenschaften zu identifizieren, müssen wir MöWe-indizierte, Zeit-indizierte und referentielle Eigenschaften von ihnen unterscheiden - diese entsprechen keinen bestimmten Regionen im logischen Raum - Bsp dasselbe Gewicht wie Babe Ruth zu haben - so können wir den Anti-Essentialismus darstellen.
I 79
Kripke früh: Babe Ruth hätte eine Billardkugel sein können - später: darin ist ein Fehlschluss. - Stalnaker: man kann nicht annehmen, dass er tatsächlich eine Billardkugel ist, denn dann kann man nicht auf ihn referieren wie man schon referiert hat - darum geht es aber nicht (s.u.) - : das verwechselt die Grenzen dessen, was tatsächlich sein könnte, mit den Grenzen von Annahmen darüber, was kontrafaktisch hätte gewesen sein können
I 79
Wesentliche Eigenschaft/Kripke/Stalnaker: Bsp Kripke: These: Namen für natürliche Arten (natürliche Art-Begriffe) drücken wesentliche Eigenschaften aus - Namen für Tierarten sind referentielle Terme - referentiell: durch eine kausale Verbindung bestimmt - natürliche Art: nicht rein sprachlich, sondern Beschränkung der Bewegung im logischen Raum - nackte Einzeldinge: wenn man Babe Ruth erlaubt, eine Billardkugel zu sein, dann muss man es auch jedem anderen Ding erlauben - dann uninteressant.
I 81
Eigenschaften/eng/weit/Aussagenfunktion: die Unterscheidung zwischen
- 1. engen Eigenschaften und 2. Aussagenfunktionen/AF: Aussagenfunktionen im allgemeinen ist analog zu der Unterscheidung zwischen möglichen Individuen und Individualbegriffen im allgemeinen.
I 94f
Physikalische Nicht-Eigenschaften: komplexe Kombinationen aus physikalischen Eigenschaften und Relationen (s.u. Bsp goldener Berg) - starke Supervenienz/Stalnaker: erlaubt, dass komplexe (zusammengesetzte) physikalische Attribute physikalische Eigenschaften sind - Attribut: einfach Weise des Herausgreifens.
I 103
Def Eigenschaften: sind einfach eine Weise, Individuen zu gruppieren - grundlegende Eigenschaft/Stalnaker: muss für Unterscheidungen zwischen Individuen sorgen, die anders nicht zu erklären wären - Problem: dann können grundlegende Eigenschaften nicht auf etwas anderem supervenieren.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Sta I
R. Stalnaker
Ways a World may be Oxford New York 2003

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 18.08.2017