Philosophie Lexikon der Argumente

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Erklärung: Das Aufstellen einer Aussage über ein zuvor durch eine davon abweichende Aussage beschriebenes Ereignis, Zustand, Veränderung, oder Handlung. Die Erklärung wird oft Umstände, Vorgeschichte, logische Prämissen, Ursachen und Kausalität einzubeziehen versuchen. Siehe auch Beschreibung, Aussagen, Theorien, Verstehen, Buchstäbliche Wahrheit, Beste Erklärung, Kausalität, Ursachen, Verursachung, Vollständigkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 182
Beste Meinung/Ethik/Moral/Wright : wir werden im 5. Kapitel sehen, daß moralische Sachverhalte nicht in den besten Erklärungen unserer moralischen Überzeugungen auftreten!
I 196f
Beste Erklärung/Wright: eine Erklärung kann nicht die beste sein, wenn sie nicht gewisse Einzelheiten enthält. (Das soll aber keine irgendwie naturalistische oder naturwissenschaftlich reduktionistische Art der Erklärung sein).
Eine Erklärung wird nicht als die Beste gelten können, solange es eine konkurrierende gleich gute Erklärung gibt, die aber nicht die kognitive Empfänglichkeit nutzt.
Wenn eine solche Erklärung tatsächlich gleich gut ist, wird sie erklären, warum der (abweichende) Mensch in seiner Gemeinschaft nicht auffällt.
Dann kann aber die gesamte Gemeinschaft als defizient betrachtet werden!
Die spezielle kognitive Fähigkeit wird damit zu einem fünften Rad.
Wright I 223
Beste Erklärung/Wiggins: (Bsp von Harman) Strahlungsweg in der Nebelkammer als Spur des Protons zu interpretieren, auch wenn das Proton selbst völlig unsichtbar ist.
Erklärung: es gibt diesen Strahlungsweg, weil ein Proton durchgelaufen ist.
Wright I 223
Harman: das steht im Gegensatz zur Situation im Falle der Moral/Ethik.
Wright I 233f
Wiggins: nicht direkte kausale Rolle, sondern vielmehr "freisprechende Erklärung": eine Erklärung dafür, dass ein Subjekt einer Überzeugung anhängt, nach dem Schema:
Aus diesem, jenem oder anderen Gründen lässt sich tatsächlich nichts anderes denken, als dass P. Daher ist es eine Tatsache, dass P. Angesichts der Umstände usw. kann es daher keine Überraschung sein, dass das Subjekt glaubt, dass P.
Bsp (i) Nichts anderes lässt sich denken, als dass 5 + 7 = 12.
Bsp Sklaverei ist unrecht, nichts anderes lässt sich denken.(Bsp von Wiggins).
I 240
Beste Erklärung/Physik: sollte die beste Erklärung nicht immer dieselbe sein? Schließlich sind die kausalen Vordersätze sozusagen bereits an Ort und Stelle, was auch immer das Schicksal der Theorie später einmal sein wird.
Warum sollte die beste Erklärung über die Angabe der Gründe und Gesetze hinausgehen, die eben die Kräfte erklären, die unsere Überzeugungen generieren?
Wright: es gibt keinen Grund, warum die beste Erklärung auf irgendwelche Sachverhalte Bezug nehmen sollte, die der Theorie, wie wir annehmen, tatsächlich Wahrheit vermitteln.
Beste Erklärung/Physik/Wright : sollte im wissenschaftlichen Erbe bestehen, sowie auf Beobachtungen und gewissen psychologischen Gesetzen! (> Harman).
(s) Also doch nicht die Sachverhalte erwähnen!
Könnte die beste Erklärung nicht immer "besser gemacht werden", indem man immer eine noch fundamentalere Ebene aufsucht (z.B. subatomar, usw.) Wenn Erklärungen nur dann am besten sind, wenn sie letztgültig sind, dann werden sie ihren Gehalt immer "überholen".


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Wri I
Cr. Wright
Wahrheit und Objektivität Frankfurt 2001

WriGH I
G. H. von Wright
Erklären und Verstehen Hamburg 2008

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.11.2017