Philosophie Lexikon der Argumente

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Existenzsatz, Existenzbehauptung, Philosophie, Logik: die einfache Behauptung der Existenz eines Gegenstands ist problematisch, weil sie nicht empirisch widerlegt werden kann. Im Gegensatz dazu besteht die Quantifikation in der Zuschreibung von Eigenschaften, nicht von "nackter" Existenz. Bsp "Sokrates existiert" wird von manchen Autoren als sinnlos betrachtet. >Nackte Einzeldinge, >Prädikation, >Existenz, >Quantifikation, >Existenzprädikat, >Iotaoperator

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 462f
Identifikation/Tugendhat: räumliche und zeitliche Relation zwischen Gegenständen sind nicht hinreichend - es gibt unendlich viele Raumzeit-Stellen, aber nur endlich viele Gegenstände. - Das Raumzeit-System wird vorausgesetzt. - Referenz auf Raumzeit-Stellen kann nicht scheitern. - Rede von Existenz ohne Ort ist sinnlos - Identifikation nur durch gleichzeitigen Verweis auf alle anderen (möglichen) Gegenstände - daher sind Existenzsätze allgemein.
I 462
Identifikation/Tugendhat: es genügt nicht, von räumlichen oder zeitlichen Relationen zwischen ausgedehnten Gegenständen zu sprechen.
Wenn das System raumzeitlicher Relationen einmal konstituiert ist, ist eben damit eine unendliche geordnete Mannigfaltigkeit von Raum und Zeit Stellen unterscheidbar und identifizierbar geworden. Von denen kongruieren nur einige mit den Ausdehnungen der sortal bestimmten Gegenstände.
I 463
Endlich viele Gegenstände, unendlich viele Raum Zeit Stellen.
Identifikation setzt dieses System von Raum Zeit Stellen voraus. Die Bezugnahme auf diese Stellen kann nicht scheitern.
I 464
Existenz/Tugendhat: die Rede von der Existenz eines einzelnen Gegenstandes hat gar keinen Sinn, weil er keinen Ort in dem System hat.
I 466
Aber die Identifizierung wird auch nicht durch den zeigenden lokalisierenden Hinweis ermöglicht, sondern durch den gleichzeitigen Verweis auf alle anderen möglichen Gegenstände. Deshalb sind Existenzsätze generell!


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

> Gegenargumente gegen Tugendhat



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.08.2017