Philosophie Lexikon der Argumente

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Gavagai: Phantasiewort aus einem Gedankenexperiment von W.V.O. Quine, bei dem es darum geht, dass ein Ausdruck (oder ein Fragment) einer völlig fremden Sprache nicht eindeutig übersetzbar ist in eine bekannte Sprache, weil nicht bestimmbar ist, worauf sich der Ausdruck der fremden Sprache bezieht. Selbst das Zeigen auf einen Gegenstand schafft keine Eindeutigkeit, da z.B. nur ein Teil oder eine Eigenschaft des Gegenstands gemeint sein kann. Siehe auch Übersetzung, Übersetzungsunbestimmtheit, Übersetzungshandbuch, Analytische Hypothese, Unbestimmtheit, Referenz, Bedeutung, Ostension, Hinweisende Definition.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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II 201
Unbestimmtheit/Gavagai/Theorie/Referenz/FieldVsQuine: die Unbestimmtheit bezieht sich nicht nur auf den absoluten Sinn. - Entweder a) auf die absoluten - b) auf die relative Referenz. - Absolute Referenz/Field: hier gibt es keine Tatsache die entscheidet, was Gavagai als Extension hat.
II 202
Korrespondenztheorie/Unbestimmtheit/Gavagai/Field: neue Korrespondenztheorie: partielle Signifikation: Gavagai hat die Relation der partiellen Signifikation - a) zur Menge der Kaninchen - b) zur Menge der Kaninchenteile. - Das ist nur interessant, wenn man damit Wahrheit erklären kann. - Dann ist "ist" entweder Identitätsrelation oder Teilidentität. - Unbestimmtheit: ist dann die These, daß es keine Tatsache gibt, die darüber entscheidet. - Das heißt nicht, daß es kein Zitattilgungsschema gibt. - Modifikation: "signifiziert partiell a und partiell b". - Partielle Signifikation/Alltagssprache: Bsp "großer Mann": 180-185cm?
II 204
Problem: relativierte Signifikation und Denotation führt wieder zum Museumsmythos. - Für jedes Prädikat T, Menge y (oder {x I Fx} und Übersetzungshandbuch M: T signifiziert {x I Fx} relativ zu M gdw. M T auf einen Term abbildet, der y signifiziert (oder {x I Fx}).
Gavagai/FieldVsQuine: Quine braucht eine Verbindung zwischen "Kaninchen" ((s) nicht "Gavagai"!) in unserer Sprache und aktualen Kaninchen. - Aber seine Unbestimmtheitsthese leugnet die Existenz einer solchen, die nicht gleichzeitig genauso gut zu Kaninchenteilen besteht.
II 216
Gavagai/Metasprache/MS/Field: wir brauchen festgelegte Ausdrücke für die Beschreibung der partiellen Extension: - Bsp "Kaninchen" signifiziert partiell die Menge der Kaninchen und partiell die Menge der unabgetrennten Teile von Kaninchen. - Frage: wie kann das von jemand verstanden werden, für den die letzten beiden Tokens von "Kaninchen" unbestimmt sind? - Pointe: der Satz ist genauso verständlich und hat dieselben Wahrheitsbedingungen, wenn die MS unbestimmt ist!
II 220
Gavagai/Unbestimmtheit/Field: die Hinzufügung von "ist ein unabgetrennter Teil von" zur Sprache verringert die Unbestimmtheit. - (Das geht von einer inflationistischen Sicht aus).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Fie I
H. Field
Realism, Mathematics and Modality Oxford New York 1989

Fie II
H. Field
Truth and the Absence of Fact Oxford New York 2001

Fie III
H. Field
Science without numbers Princeton New Jersey 1980

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.10.2017