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Haslam I 87
Mehrheiten/Minderheit/Hornsey/Jetten: In vielen der Experimente wird stillschweigend angedeutet, dass die widersetzlichen Subjekte, die sich außerhalb der hypothetisch bestätigten Mehrheit befinden, eine Belästigung darstellen. (Jahoda 1959(1): 99; siehe auch Moscovici, 1976(2)). >Konformität/Asch.
Tatsächlich ist Widerstand im Gruppenleben, wie Asch zeigte, genauso verbreitet wie Konformität (Haslam und Reicher, 2007(3); Reicher und Haslam, 2006(4)). (...) Dieser Punkt ist auch klar, wenn wir uns umsehen und sowohl Konformitäts- als auch Widerstandshandlungen im täglichen Leben erfassen. Beides geschieht und Dissens ist ebenso Bestandteil des täglichen Lebens wie Konformität.
Minderheiten: Darüber hinaus mögen und identifizieren wir uns oft mit Menschen, die in der Lage sind, dem Konformitätsdruck standzuhalten und zu rebellieren - insbesondere wenn sie nicht mit einer offensichtlich falschen oder fehlgeleiteten Mehrheit übereinstimmen.
HornseyVsTradition: Wenn wir uns auf Konformität statt auf Dissens konzentrieren (>Konformität/Psychologische Theorien), konzentrieren wir uns auch auf das Verständnis von Einheitlichkeit statt auf Differenz und auf passives Reagieren statt auf aktives Verhalten von Gruppenmitgliedern.
Minderheit: Darüber hinaus mögen und identifizieren wir uns oft mit Menschen, die in der Lage sind, dem Konformitätsdruck standzuhalten und zu rebellieren - insbesondere wenn sie nicht mit einer offensichtlich falschen oder fehlgeleiteten Mehrheit übereinstimmen.
HornseyVsTradition: Wenn wir uns auf Konformität statt auf Dissens konzentrieren (>Konformität/Psychologische Theorien), konzentrieren wir uns auch auf das Verständnis von Einheitlichkeit statt auf Differenz und auf passives Reagieren statt auf aktives Verhalten von Gruppenmitgliedern.
Infolgedessen ist die Theoretisierung über Dissens und die Bereitschaft, sich von anderen abzuheben, ziemlich unterentwickelt, was dazu geführt hat, dass man nicht versteht, wie sich Gruppen (und die Gesellschaft im weiteren Sinne) verändern (siehe Turner, 2006)(5). Tatsächlich hat der soziale Wandel oft seine Wurzeln in der Frage eines Individuums (oder einer Gruppe von Menschen), ob die Sichtweise der Mehrheit auf die Realität wirklich korrekt ist und ob sie in ihrem Glauben, dass sie es nicht ist, fest steht.


1, Jahoda, M. (1959) ‘Conformity and independence’, Human Relations, 12: 99–120.
2. Moscovici, S. (1976) Social Influence and Social Change. New York: Academic Press.
3. Haslam, S.A. and Reicher, S.D. (2007) ‘Beyond the banality of evil: Three dynamics of an interactionist social psychology of tyranny’, Personality and Social Psychology Bulletin, 33: 615–22.
4. Reicher, S.D. and Haslam, S.A. (2006) ‘Rethinking the psychology of tyranny: The BBC Prison Study’, British Journal of Social Psychology, 45: 1–40.
5. Turner, J.C. (2006) ‘Tyranny, freedom and social structure: Escaping our theoretical prisons’, British Journal of Social Psychology, 45: 41–6.


Matthew J. Hornsey and Jolanda Jetten, “Conformity. Revisiting Asch’s line-judgment studies”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Jetten, Jolanda

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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