Philosophie Lexikon der Argumente

Suche  
 
Gottesbeweise: Gottesbeweise sind Versuche, die Existenz Gottes aus dem Denken heraus zu beweisen. Beispiele für Gottesbeweise sind Argumentationen aus einem vorgestellten Anfangs- oder Endzustand heraus oder aus der Zuschreibung von Eigenschaften, die ohne die Existenz Gottes widersprüchlich wären. Siehe auch ontologischer Gottesbeweis, teleologischer Gottesbeweis, kosmologischer Gottesbeweis.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
Bücher bei Amazon
Fraassen I 212
Gottesbeweis/HumeVsThomas v. Aquin: Universum statt Gott - wenn Gottes Wille entscheidend wäre, wie sollten wir dann diesen Willen verstehen? - ((s) Gottes Wille müsste immer mit dem Tatsächlichen identisch sein.)
- - -
Hoerster II 253
Kosmologischer Gottesbeweis: für jedes Ding muss es eine Ursache und damit eine Erklärung seiner Existenz geben. - Dies ist etwas notwendig Existierendes. - HumeVs: die Existenz Gottes wäre eine Tatsache - Tatsachen sind nie notwendig. - Hume: das notwendig Existierende könnte statt Gott auch das Universum sein.
II 256
Teleologischer Gottesbeweis/Hume: der t.G. ist einzige den er ernst nimmt, weil er ohne apriorische Annahmen auskommt. - Hier: Variante: die erstaunliche Abstimmung kann kein Zufall sein - ein intelligenter Schöpfer ist notwendig.
HumeVs: 1. Es fehlt die Wiederholung, die zur Verknüpfung notwendig ist.
2. Die Analogie zum Menschen fraglich.
II 257
3. Wenn doch, dann würde sie a) die Einheit Gottes - b) die Unkörperlichkeit und Unendlichkeit fraglich machen.
II 259
4. Ordnung ist kein Beweis bewusster Planung - Bsp Tiere haben nicht weniger Ordnung als eine Uhr, werden aber nicht von einem Uhrmacher, sondern von Eltern gezeugt.
II 260
Prinzip: Die Erzeugung von Pflanzen und Tieren ist immer pflanzlich oder tierisch - bei menschlichen Erfindungen gibt es eine Kenntnis der Ursachen - nicht aber bei göttlichen.
6. (Die Evolutionstheorie vorwegnehmend): Materie ist in ständiger Bewegung und erreicht irgendwann gewisse Stabilität.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
D. Hume
I Gilles Delueze David Hume, Frankfurt 1997 (Frankreich 1953,1988)
II Norbert Hoerster Hume: Existenz und Eigenschaften Gottes aus Speck(Hg) Grundprobleme der großen Philosophen der Neuzeit I Göttingen, 1997

Fr I
B. van Fraassen
The Scientific Image Oxford 1980

Hum II
N. Hoerster
Hume
In
Grundprobleme der großen Philosophen - Neuzeit I, J. Speck (Hg), Göttingen 1997

> Gegenargumente gegen Hume



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.08.2017