Philosophie Lexikon der Argumente

 
Grenzen, Philosophie: hier geht es um die Einteilung von Wissensgebieten oder die Feststellung von Denkmöglichkeiten. Es soll bestimmt werden, was zu einem Bereich gehört und was nicht. Probleme treten sowohl dort auf, wo etwas jenseits eines Gebiets allein mit den Mitteln dieses Gebiets beschrieben werden soll (>Unausdrückbarkeit, >Undenkbarkeit, >Unvorstellbarkeit), als auch dort, wo ein Gebiet allein mit Mitteln, die aus diesem Gebiet selbst stammen, beschrieben werden soll. (>Zirkularität).

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Sai V 15ff
"Rennbahn"/Bewegung/Zenon/Paradoxie/Sainsbury: soll beweisen, dass nichts anfangen kann, sich zu bewegen, um zu einem Punkt nach einem Meter zu kommen, muss man erst bis zur Hälfte kommen usw.
V 33/34
Problem: die Entsprechung von physikalischem Raum und mathematischer Reihe. - Bsp ein Punkt teilt eine Strecke, die beiden Streckenteile haben keinen Punkt gemeinsam. Gehört der Teilungspunkt zur einen oder der anderen? (Zu beiden kann er nicht gehören, da sie ja keinen Punkt gemeinsam haben, sonst wären sie ja nicht geteilt. Das muss durch Festsetzung geregelt werden. - Aber physikalisch kann nichts von einer Festsetzung abhängen. - Logisch: brauchen wir den Begriff einer Grenze, die selbst keinen Raum einnimmt.
V 36
Lösung: das Passieren der Strecke ist hinreichend, denn der Grenzpunkt Z* gehört zwar nicht zur Reihe von Z-Punkten, aber Z* gehört zu dem Bereich des Raumes, der der Z-Reihe (der davorliegenden Punkte) entspricht.
Problem: wir müssen annehmen, dass wir kohärente Raumbegriffe haben, aber die erhalten wir nur durch diese mathematischen Strukturen.
Fazit: Zenon verlangt von uns eine sorgfältigere Ausarbeitung unserer räumlichen Begriffe.
V 38
Das entspricht im wesentlichen der Geschichte von Achilles und der Schildkröte.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Texte zur Logik
Me I Albert Menne Folgerichtig Denken Darmstadt 1988
HH II Hoyningen-Huene Formale Logik, Stuttgart 1998
Re III Stephen Read Philosophie der Logik Hamburg 1997
Sal IV Wesley C. Salmon Logik Stuttgart 1983
Sai V R.M.Sainsbury Paradoxien Stuttgart 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.09.2017