Philosophie Lexikon der Argumente

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I 269f
TugendhatVsGrice: der Sprecher möchte nicht bewirken, dass.., - sonst würde er sagen "ich möchte bewirken... - er meint nicht etwas, er behauptet etwas - Vs: berücksichtigt nicht Selbstgespräche - absurd: dass sie andere Wahrheitsbedingungen hätten - die Mitteilungsfunktion gehört nicht zur Bedeutung, sonst wären Selbstgespräche nicht möglich.
Meinen/TugendhatVsGrice: zwei Möglichkeiten:
a) korrelativ zum Verstehen: dann ist es falsch, dass das, was ein Sprecher mit »p« sagen will ist, dass er bewirken möchte...usw. das würde vielmehr sagen wollen, wenn er sagte "ich möchte bewirken usw." was er mit "p" sagen will, ist behaupten, dass p.
b) wenn man Grice sozusagen seine Terminologie schenkt, dann muss man sagen, dass die Funktion eines assertorischen Satzes bzw. die Absicht, mit der er verwendet wird, nicht die ist, etwas zu meinen, sondern etwas zu behaupten.
I 270
TugendhatVsGrice: sein Modell berücksichtigt überhaupt nicht die Möglichkeit des Selbstgesprächs.
Das hat zur Folge, dass für das Selbstgespräch tatsächlich andere Wahrheitsbedingungen und andere Bedeutungen gelten müssen! Das wäre völlig absurd. Als ob wir intern eine andere Sprache sprächen als im Gespräch.
Tugendhat These: die Mitteilungsfunktion gehört nicht zur Bedeutung des Satzes (sonst wäre ein Selbstgespräch nicht möglich).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

> Gegenargumente gegen Tugendhat
> Gegenargumente zu Grice



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.07.2017