Philosophie Lexikon der Argumente

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Heterologie/Grelling/Nelson/Berka: sei j(M) dasjenige Wort, das den Begriff bezeichnet, durch den M definiert ist.
M ist ein Element der Teilmenge M* der Menge aller Mengen M.
j bezeichnet die Zuordnung, durch die die Elemente von F (einer zu M* äquivalenten Menge) denen von M* zugeordnet sind.
Dieses Wort ist entweder Element von M oder nicht
Def autologisch ist das Wort, wenn es Element von M ist. D.h. dem Wort kommt der Begriff, den es bezeichnet, als Merkmal zu.
Heterologisch ist das Wort, wenn es nicht Element der Menge M ist.
Antinomie/Grelling/Problem - das Wort "heterologisch" ist nun seinerseits entweder autologisch oder heterologisch.
a) Angenommen, es ist autologisch, dann ist es Element der durch den Begriff definierten Menge, den es selbst bezeichnet, es ist mithin heterologisch, entgegen der Annahme.
b) Angenommen es sei heterologisch, dann ist es nicht Element der Menge, den es selbst bezeichnet, es ist mithin nicht heterologisch, wiederum entgegen der Annahme. (K. Berka/L. Kreiser Logik Texte Berlin 1983, S. 382)
Siehe auch Paradoxien, Prädikate, Referenz.


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 84
Heterologisch/Heterologie/Geach: Bsp ""ist ein obszöner Ausdruck" ist heterologisch" - soll denselben Sinn (dieselbe Bedeutung, synonym) haben wie ""ist ein obszöner Ausdruck" ist nicht ein obszöner Ausdruck" (korrekt). - Problem: diese Definition würde ""ist heterologisch" ist heterologisch" synonym machen mit ""ist heterologisch" ist nicht heterologisch" - Widerspruch.
I 88f
Grellings Paradox/(s): der allgemeine Term "ist nicht anwendbar auf sich selbst" ist nicht anwendbar auf sich selbst.
Nämlichkeits-Zusatz/namely rider/Ryle:
(1) "heterologisch" fehlt die Eigenschaft, für die es steht, nämlich die des Fehlens der Eigenschaft für die es steht, nämlich...Regress. - Ryle: keine Eigenschaft wird überhaupt erwähnt.
Geach: richtig:
(2) "...fehlt die Eigenschaft, für die "heterologisch" steht".
(1) ist eine Ausdehnung von "heterologisch", und gerade wahr von jenen Beiwörtern, von denen (2) nicht wahr ist. >Grellings Paradox.
(1) ist gar nicht zweideutig - sonst müsste es stets auf dieselbe Eigenschaft in allen Vorkommnissen von (1) referieren, z.B. einsetzen: "französisch"...
Lösung/Geach: "die Eigenschaft für die es steht" bezeichnet nie irgendeine spezifizierbare Eigenschaft. - Verschiedene heterologische Epitheta stehen für verschiedene Eigenschaften.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

> Gegenargumente gegen Geach



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.08.2017