Philosophie Lexikon der Argumente

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Implikatur, Sprachphilosophie: Ausdruck von H. P. Grice über Voraussetzungen innerhalb einer Kommunikation, die von den Teilnehmern stillschweigend akzeptiert werden und die sich in der Formulierung eines einzelnen Satzes bemerkbar machen, z.B. durch eine ironische Formulierung. (Siehe Paul Grice, Studies in the Way of Words, Harvard 1989, S. 22–40.)

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Graeser I 120
Implikation/Grice: folgt aus dem Gesagten - Implikatur: folgt gerade nicht aus dem Gesagten - Es wird gegen mindestens eine Konversationsmaxime verstoßen.
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Grice III 245ff
Konversationsimplikatur/Grice: der Gesprächsbeitrag soll informativ, angebracht, wahr, begründet, eindeutig, geordnet sein. - Die Konversationsimplikatur muss durch ein Argument ersetzt werden können, sonst wäre sie eine konventionale Implikatur.
III 264
1. wenn man sie vermutet, muss man Kooperation unterstellen.
2. Konversationsimplikatur bleibt bei Umformulierung erhalten.
3. Konversationsimplikatur setzt Kenntnis der konventionellen Rolle des Ausdrucks voraus. Daher gehört die Konversationsimplikatur nicht in die ursprüngliche Angabe der konventionellen Rolle
4. Wahrheit des Gesagten bedingt nicht die Wahrheit der Konversationsimplikatur. Träger der Konversationsimplikatur ist daher das Sagen, nicht das Gesagte.
5. hinter die Konversationsimplikatur zu kommen heißt hinter das zu kommen, was zur Annahme des Aufrechterhaltens des Kooperationsprinzips notwendig ist.
- - -
Cohen I 410
Konversationsimplikatur/Grice: wenn sie nicht getilgt ist, ist "wenn, dann" rein w-funktional - die Unterstellung nicht-wahrheits-funktionaler Gründe wird hier nicht durch die Bedeutung, sondern durch die Implikatur übermittelt - Bsp wenn die Regierung stürzt, wird es Aufruhr geben - Cohen: hier ist nichts stärker oder schwächer.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Grice I
H. Paul Grice
"Meaning", in: The Philosophical Review 66, 1957, pp. 377-388
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Megle Frankfurt/M. 1993

Grice II
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning and Intentions", in: The Philosophical Review, 78, 1969 pp. 147-177
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle

Grice III
H. Paul Grice
"Utterer’s Meaning, Sentence-Meaning, and Word-Meaning", in: Foundations of Language, 4, 1968, pp. 1-18
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grice IV
H. Paul Grice
"Logic and Conversation", in: P. Cple/J. Morgan (eds) Syntax and Semantics, Vol 3, New York/San Francisco/London 1975 pp.41-58
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Grae I
A. Graeser
Positionen der Gegenwartsphilosophie. München 2002

Grice IV
H. Paul Grice
"Logic and Conversation", in: P. Cple/J. Morgan (eds) Syntax and Semantics, Vol 3, New York/San Francisco/London 1975 pp.41-58
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Cohen I
Laurence Jonathan Cohen
"Some Remarks on Grice’s Views about the Logical Particals of Natural Languages", in: Y. Bar-Hillel (Ed), Pragmatics of Natural Languages, Dordrecht 1971, pp. 50-68
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Cohen II
Laurence Jonathan Cohen
"Mr. Strawson’s Analysis of Truth", Analysis 10 (1950) pp. 136-140
In
Theories of Truth, Paul Horwich Aldershot 1994

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