Philosophie Lexikon der Argumente

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Individuation, Philosophie: das Herausgreifen eines Gegenstands durch eine Bestimmung mithilfe von Zusatzinformationen, die nicht aus einer einzelnen Aussage, die diesen Gegenstand enthält, zu erschließen sind. Bsp Überzeugungen werden durch Inhalte individuiert, nicht z.B. durch die Länge der Zeichenketten, mit denen sie ausgedrückt werden. Die Inhalte einer Überzeugung werden wiederum nicht durch ihre Wiederholung sondern durch andere Inhalte individuiert.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
II 23/24
Theseus’ Schiff/Quine: hier geht es nicht um den Ausdruck dasselbe sondern um den Ausdruck Schiff. - Jeder allgemeine Term hat sein eigenes Individuationsprinzip.
II 158
Individuation: in unserer Welt Moment-zu-Moment-Individuation durch Prädikate - für Gegenstände wahllos (alles kann Gegenstand sein), für Prädikate entscheidend. > Wahrheitswert.
V 84
Individuation/Gegenstand/Sprachlernen/Quine: um "Hund" zu lernen, muss man mehr lernen als das Vorhandensein - man muss auch die individuierende Kraft des Terminus lernen, die Aufspaltung der Referenz - ((s) > geteilter Bezug). - Man muss lernen, was als ein Hund gelten soll und was als ein anderer - "Hund" ist eher wie Wasser als wie "Mama": man kann zugleich mehrere Hunde sehen - "Ding": aus Ähnlichkeit 2. Ordnung (von Ähnlichkeiten) - Zeigen/Problem: "Das ist ein Hund" darf keine Hunde auslassen. - (>Allgemeine Termini/Quine).
V 88
Individuation/Überlappen/Zeigen/Quine: kein Problem: Hunde überschneiden sich nie: jeder besteht genau den Punkten, die zu demselben Hund gehören wie ein bestimmter Punkt - Hund haben keine gemeinsamen Punkte - anders: sich überschneidende Kreisscheiben: hier muß beim Zeigen die Form nachgezogen werden - Quine: nur am Anfang des Lernens - Lösung: man kann ohne weiteres sagen a sei identisch mit b. Ob a derselbe Hund oder dasselbe Ohr ist, hängt davon ab, ob a ein Hund oder ein Ohr ist.
QuineVsGeach: damit wird sein Relativismus unhaltbar - Dennoch Identität in tieferem Sinn relativ: Identitäts-Maßstäbe sind verschieden.
V 102
Zeigen: Bsp "Dieser Körper ist ein Tier": hier muss der Umriss sorgfältig nachgezeichnet werden, sonst könnte es sein, dass bloß der Rumpf als Tier aufgefasst wird.
V 125
Individuation/allgemeiner Term/Quine: "Quadrat" ist ein individuierendes Wort. - ((s) "Fido" nicht: Bsp "Das ist ein Fido".)
V 161
Individuation/Quine: ihre Feinheit hängt von der Anzahl der allg Term in der Sprache ab - "lexikalische Brille" - Individuation spielt sich im Auge des Betrachters ab.
- - -
VII (h) 157
Eigenschaften/Individuation/Quine: Eigenschaften werden so individuiert: zwei offene Sätze, die dieselbe Klasse determinieren, determinieren nicht dieselbe Eigenschaft, wenn sie nicht analytisch äquivalent sind.
- - -
XII 64f
Individuation/Apparat/Übersetzungsunbestimmtheit/ontologische Relativität/Quine: Wörter für die Gegenstände, Identitätsprädikat, "derselbe wie", "ein anderer", Pluralform, logische Partikel, Pronomen - das ist der Bezugsrahmen (Koordinatensystem). - Pointe: dieser ist bei Übersetzung nicht konstant! - Unbestimmtheit: man kann kontern: "in welchem Sinn von "Hase""? ((s) Ob Teil oder Ganzer).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Quine I
W.V.O. Quine
Wort und Gegenstand Stuttgart 1980

Quine II
W.V.O. Quine
Theorien und Dinge Frankfurt 1985

Quine III
W.V.O. Quine
Grundzüge der Logik Frankfurt 1978

Quine V
W.V.O. Quine
Die Wurzeln der Referenz Frankfurt 1989

Quine VI
W.V.O. Quine
Unterwegs zur Wahrheit Paderborn 1995

Quine VII
W.V.O. Quine
From a logical point of view Cambridge, Mass. 1953

Quine VII (a)
W. V. A. Quine
On what there is
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (b)
W. V. A. Quine
Two dogmas of empiricism
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (c)
W. V. A. Quine
The problem of meaning in linguistics
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (d)
W. V. A. Quine
Identity, ostension and hypostasis
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (e)
W. V. A. Quine
New foundations for mathematical logic
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (f)
W. V. A. Quine
Logic and the reification of universals
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (g)
W. V. A. Quine
Notes on the theory of reference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (h)
W. V. A. Quine
Reference and modality
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VII (i)
W. V. A. Quine
Meaning and existential inference
In
From a Logical Point of View, Cambridge, MA 1953

Quine VIII
W.V.O. Quine
Bezeichnung und Referenz
In
Zur Philosophie der idealen Sprache, J. Sinnreich (Hg) München 1982

Quine IX
W.V.O. Quine
Mengenlehre und ihre Logik Wiesbaden 1967

Quine X
W.V.O. Quine
Philosophie der Logik Bamberg 2005

Quine XII
W.V.O. Quine
Ontologische Relativität Frankfurt 2003

Quine XIII
Willard Van Orman Quine
Quiddities Cambridge/London 1987

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> Gegenargumente gegen Quine

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