Philosophie Lexikon der Argumente

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Interpretation: A. Das Aufstellen von Aussagen über andere Aussagen, wobei sich die neuen Aussagen des Vokabulars der ursprünglichen Aussagen bedienen sowie eventuell neues Vokabular einführen. Wird kein neues Vokabular eingeführt, kann neue Information durch Umstellung der syntaktischen Elemente gewonnen werden.
B. In der Logik das Einsetzen von Werten (Gegenständen) anstelle der Konstanten bzw. freien Variablen.


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Hintikka I 249
Interpretation/Symbol/WittgensteinVsInterpretation: "Interpretation von Symbolen" ist irreführend, statt dessen "Gebrauch von Symbolen".
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II 46
Plan/Wittgenstein: wir können die Interpretation nicht in den Plan hinein verlegen; die Regeln der Interpretation eines Plans gehören nicht zum Plan selbst.
In der Wissenschaft kann man sein Tun etwa mit dem Bau eines Hauses vergleichen. In der Philosophie errichten wir kein Fundament, sondern räumen ein Zimmer auf.
II 47
Wäre es möglich, sich mit "Gedankenlesen" direkter zu verständigen? Was würden wir darunter verstehen? Die Sprache ist kein indirektes Verständigungsmittel, das dem "direkten" Gedankenlesen gegenüber zu stellen ist.
Gedankenlesen könnte nur durch die Interpretation von Symbolen stattfinden und somit auf derselben Ebene wie die Sprache.
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VI 160
Interpretation: freilich lässt sich jede Regel in beliebiger Weise interpretieren.
VI 161
Deutung/Wittgenstein/Schulte: eine Regel zu deuten heißt lediglich, eine Regel durch eine andere zu ersetzen.
VI 162
Wittgenstein: eine Regel muss in der Praxis verankert sein, nicht privat, sonst wäre jede Interpretation möglich.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

Hin I
Jaakko and Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

W I
J. Hintikka/M. B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

> Gegenargumente gegen Wittgenstein
> Gegenargumente zu Interpretation



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 17.08.2017