Philosophie Lexikon der Argumente

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Kausalität: die Relation zwischen zwei (getrennten) Entitäten, wobei eine Zustandsveränderung der einen Entität bewirkt, dass der Zustand der anderen Entität sich ändert. Heutzutage wird angenommen, dass eine Energieübertragung entscheidend dafür ist, dass man von einem Kausalzusammenhang sprechen kann.
D. Hume leugnete als erster konsequent die Beobachtbarkeit von Ursache und Wirkung. (David Hume Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, Hamburg 1993, S. 95).


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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
II 104 ff
Kausalität/Davidson: die Kausalrelation selbst ist beschreibungsunabhängig! Sie besteht zwischen Ereignistokens, ganz gleich, wie sie beschrieben sind.
Kausalgesetze indessen operieren auf der Beschreibungsebene, beziehen sich also auf Ereignistypen.
Kausalgestze sind strikte Gesetze, d.h. sie gelten ausnahmslos. Solche Gesetze kann es nur in einem abgeschlossenen Rahmen also einem System nomologischer Sätze geben.
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McDowell I 100
Kausalität/Begriffe/Davidson/McDowell: die Objekte, die die sui generis Begriffe erfüllen, stehen zu ihresgleichen und zu anderen Dingen in kausalen Beziehungen.
Das gefährdet aber nicht die These, wonach kausale Beziehungen nur zwischen Bewohnern des Bereichs der Naturgesetze bestehen.
McDowell: Ein Grund kann demnach eine Ursache sein, obwohl er nicht kraft seiner rationalen Beziehungen in kausalen Beziehungen steht.
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Rorty VI 179 ff
Kausalität/Rorty: Kausalität spielt bei der Bestimmung dessen, was wir sagen und glauben, eine unentbehrliche Rolle. Es ist im Allgemeinen unmöglich, zuerst Überzeugungen und ihren Sinn zu ermitteln, und dann zu fragen, welches ihre Ursachen sind.
Davidson I 59
Kausalität/Davidson: die kausalen Beziehungen zwischen Welt und Überzeugung sind nicht deshalb maßgeblich, weil sie Belege liefern, sondern weil sie auch für andere erkennbar sind. - (>Kommunikation)
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Horwich I 452
Kausalität/Überzeugung/Davidson/Rorty: Erklärung braucht keine Kausalität, wie z.B. Kommunikation durch gleichzeitige Anwesenheit am selben Ort zu erklären. - Wir wissen nicht wie es für die Leute wäre, wenn sie nicht da wären. - Genauso: Bsp Wahrheit hat keinen erklärenden Gebrauch. - Wir wissen nicht. wie es wäre, wenn die meisten Überzeugungen falsch wären.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

MD I
J. McDowell
Geist und Welt Frankfurt 2001

Ro I
R. Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Ro II
R. Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Ro III
R. Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Ro IV
R. Rorty
Eine Kultur ohne Zentrum Stuttgart 1993

Ro V
R. Rorty
Solidarität oder Objektivität? Stuttgart 1998

Ro VI
R. Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000

Hor I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

> Gegenargumente gegen Davidson
> Gegenargumente zu Kausalität



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.06.2017