Philosophie Lexikon der Argumente

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Kognition: Verarbeitung von Information durch ein menschliches, tierisches oder künstliches System. Da Information durch alle Wahrnehmungsorgane einströmt, ist eine einheitliche Verarbeitung nur auf der untersten Symbolebene anzunehmen. Beispiele für Kognitionen sind Wahrnehmung, Lernen, Spracherkennung, Problemlösen. Kognitionen können unbewusst ablaufen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 225f
SearleVsKognition: Gehirn = Computer?: das ist gar nicht die Frage - Geist = Programm? Nein! - Simulation möglich?: Ja! - Geist hat intrinsisch geistigen Inhalt, daher kein Programm.
Ein Programm ist syntaktisch oder formal definiert; der Geist hat intrinsisch geistigen Inhalt. Daraus folgt unmittelbar, dass das Programm selbst den Geist nicht ausmachen kann. Die formalen Syntax des Programms garantiert aus eigener Kraft nicht das Vorhandensein geistiger Inhalte. (Chinese room).
I 226
Church These: alles kann auf einem digitalen Computer simuliert werden, was man hinreichend präzise als eine Abfolge von Schritten charakterisieren kann.
Searle: die Gehirntätigkeiten lassen sich im selben Sinn auf einem digitalen Computer simulieren, indem dies auch mit Wetterlagen, der Aktienbörse oder dem Flugverkehr funktioniert.
Die Frage ist also nicht: ist der Geist ein Programm, sondern ist das Hirn ein digitaler Computer?
Es könnte doch sein, dass Geisteszustände zumindest einmal computationale Zustände sind. Das scheint die Ansicht von ziemlich viele Leuten zu sein.
I 227
Def Starke Künstliche Intelligenz: einen Geist haben heißt ein Programm haben, und mehr ist am Geist nicht dran.
Def schwache KI: Gehirnvorgänge können mittels eines Computers simuliert werden.
Def Kognitivismus: die Auffassung, das Gehirn sei ein digitaler Computer.
I 228
Wie steht es mit der Semantik? Schließlich sind Programme doch rein syntaktisch.
Antwort der KI: die Entwicklung der Beweistheorie hat gezeigt, dass sich die semantischen Beziehungen vollständig widerspiegeln lassen durch die syntaktischen Relationen, die zwischen den Sätzen bestehen. Und genau das tut ein Computer: er implementiert Beweistheorie!
Der Inhalt der syntaktischen Gegenständen, falls sie überhaupt einen haben, ist irrelevant dafür, wie sie verarbeitet werden.
I 229
Man beachte insbesondere Turings Gegenüberstellung von bewusster Programmimplementierung durch den menschlichen Rechner und unbewusster Programmimplementierung durch das Gehirn bzw. durch einen mechanischen Rechner.
Weiterhin beachte man die Idee, wir könnten Programme entdecken, die wir in unsere mechanischen Computer hineingesteckt haben!.
1. Es wird häufig unterstellt, irgendein Dualismus sei die einzige Alternative zur Auffassung, daß das Gehirn ein digitaler Computer ist.
2. Es wird auch unterstellt, die Frage, ob Gehirnvorgänge computational sind, sei einfach eine empirische Frage.
Sie sei genau so durch Untersuchungen zu entscheiden wie die Frage, ob das Herz eine Pumpe ist oder nicht.
I 230
Die Frage ob das Gehirn tatsächlich ein Computer ist, ist ihres Erachtens genauso wenig eine philosophische Frage wie die nach dem chemischen Vorgängen.
Searle: mir hingegen ist dies ein Rätsel: was für eine Tatsache, die das Gehirn betrifft, könnte ausmachen, dass es ein Computer ist?
Es wird unterstellt, dass irgendwie irgendwer die grundlegende philosophische Arbeit getan haben muss, die Mathematik mit der Elektrotechnik zu verknüpfen. Doch soweit ich sehen kann, ist dies nicht der Fall.
Es gibt wenig theoretische Übereinstimmung bei absolut grundlegenden Fragen: was genau ist ein digitaler Computer?



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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

S I
J. R. Searle
Die Wiederentdeckung des Geistes Frankfurt 1996

S II
J.R. Searle
Intentionalität Frankfurt 1991

S III
J. R. Searle
Die Konstruktion der gesellschaftlichen Wirklichkeit Hamburg 1997

S IV
J.R. Searle
Ausdruck und Bedeutung Frankfurt 1982

S V
J. R. Searle
Sprechakte Frankfurt 1983

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.10.2017