Philosophie Lexikon der Argumente

 
Konventionen: Übereinkünfte über Billigung und Missbilligung von Handlungen die vielleicht einmal explizit getroffen wurden, sich aber im Lauf der Zeit zu einer mehr oder weniger unbewussten Grundlage für das koordinierte Handeln der meisten Angehörigen einer Gruppe oder einer Gesellschaft herausgebildet haben. Diese Konventionen führen ihrerseits dazu, dass gewisse Konsequenzen von Handlungen erwartet werden.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Grice I 464
Konvention/Lewis/Walker: liegt nur vor, wenn Alternativen ebenfalls Konventionen sind - etwas ist nur dann keine K, wenn die Beteiligten sich nicht vorstellen können, dass auch andere Arten des Redens möglich sind - Konvention/Walker: man kann im Einzelfall nicht herausfinden, ob der Zusammenhang zwischen Vorder- und Nachsatz konventionell oder konversationell gesichert ist.
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Lewis II 222
Konvention/Lewis: nicht einfach Bedeutungszuordnung sondern Umweg über Handlung/Erwartung
II 222
Eine Konvention in dem hier von uns definierten Sinn ist eine Regularität des Handelns (und Glaubens). Es ist wesentlich, dass die Regularität von seiten anderer ein Grund dafür ist, sich selbst konform zu verhalten.
VsLewis: Wahrhaftigkeit und Vertrauen (hier nicht in L) können keine Konvention sein. Welche Alternative könnte es zu allgemeiner Wahrhaftigkeit geben - Unwahrhaftigkeit vielleicht? ((s) Hintergrund: Konventionen müssen kontingent sein.)
II 232
LewisVs: Die Konvention ist nicht die Regularität der Wahrhaftigkeit und des Vertrauens schlechthin. Sie ist es in einer bestimmten Sprache! ihre Alternativen sind Regularitäten in anderen Sprachen.
II 233
Eine Konvention besteht deshalb weiter, weil jeder Grund hat, sich an sie zu halten, falls dies andere tun, das ist die Verpflichtung.
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Grice I 479 ff
Def Konventionen/Lewis/Walker: eine Praxis ist nur dann eine Konvention, wenn sie Alternativen hat, die ihrerseits Konventionen sind. Etwas ist nur dann keine Konvention, wenn die Beteiligten sich nicht vorstellen können, daß auch andere, weniger natürliche Arten des Redens möglich sind.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Gri I
H. Paul Grice
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Hg. Georg Meggle Frankfurt/M. 1993

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.09.2017