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Leben: Als lebendig werden Systeme beschrieben, die zumindest über folgende Merkmale verfügen Stoffwechsel, Energieaufnahme und -Abgabe, Fortpflanzungsfähigkeit, Anpassung an Umweltveränderungen bei Wahrung der eigenen Stabilität des Systems. Siehe auch Systeme, Körper.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Edmund Husserl über Leben – Lexikon der Argumente

Gadamer I 253
Leben/Husserl/Gadamer: „Leben“ ist [für Husserl] nicht nur das „Gerade-Dahin-Leben“ der natürlichen Einstellung. „Leben“ ist auch und nicht minder die transzendental reduzierte
Subjektivität, die die Quelle alle Objektivationen ist. Unter dem Titel steht somit, was Husserl in der Kritik an der objektivistischen Naivität aller bisherigen Philosophie als seine eigene Leistung hervorhebt. Sie besteht in seinen Augen darin, die Scheinhaftigkeit der üblichen
erkenntnistheoretischen Kontroverse von Idealismus und Realismus enthüllt und statt dessen die innere Zuordnung von Subjektivität und Objektivität thematisiert zu haben.(1)
So erklärt sich die Wendung vom „leistenden Leben“. »Die radikale Weltbetrachtung ist systematische und reine Innenbetrachtung der sich selbst im äußernden Subjektivität(2). Es ist wie in der Einheit eines lebendigen Organismus, den man wohl von außen betrachten und zergliedern, aber verstehen nur kann, wenn man auf seine verborgenen Wurzeln zurückgeht...“
Subjekt/Husserl: Auch das Weltverhalten des Subjekts hat in dieser Weise seine Verständlichkeit nicht in den bewussten Erlebnissen und ihrer Intentionalität, sondern in den anonymen des Lebens.
Gadamer I 254
So wie Dilthey (...) vom Erlebnis nur ausgeht, um den Begriff des psychischen Zusammenhangs zu gewinnen, erweist Husserl die Einheit des Erlebnisstroms als vorgängig und wesensnotwendig gegenüber der Einzelheit der Erlebnisse. (Vgl. >Leben/Dilthey). Die thematische Erforschung des Bewusstseinslebens muss den Ausgangspunkt von dem Einzelerlebnis, genau wie bei Dilthey, überwinden.
GadamerVsHusserl: Husserl [will} die Konstitution der geschichtlichen Welt aus dem „Bewusstseinsleben“ ableiten. Man fragt sich, ob nicht (...) der eigentliche Inhalt des Lebensbegriffes durch das erkenntnistheoretische Schema einer solchen Ableitung aus letzten Bewusstseinsgegebenheiten überfremdet wird. Vor allem die Schwierigkeiten, die das Problem der Intersubjektivität und das Verstehen des fremden Ich bieten, lassen diese Frage aufkommen. >Intersubjektivität/Husserl.


1. Husserliana VI, S34; S. 265f.
2. Husserliana VI, S. 116.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
E. Husserl
I Peter Prechtl Husserl zur Einführung, Hamburg 1991 (Junius)
II "Husserl" in: Eva Picardi et al., Interpretationen - Hauptwerke der Philosophie: 20. Jahrhundert, Stuttgart 1992

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Husserl

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