Philosophie Lexikon der Argumente

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Listen, Wissenschaftstheorie: hier geht es unter anderem um das Problem der Vollständigkeit und wie Vollständigkeit ohne Beweis zum Ausdruck gebracht werden kann. Die Frage ist, ob Listen bei der Behandlung von Regelmäßigkeiten nützlich sind und ob stattdessen die Angabe von Prinzipien möglich ist. Das Anlegen von Listen ist eine umgekehrte Operation zur Operation der Verallgemeinerung. Siehe auch Verallgemeinerung, Relativierung, Idealisierung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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II 150f
Klasse/logische Summe/logisches Produkt/Liste/Eigenschaften/Wittgenstein: wenn eine Klasse durch eine Liste angegeben werden kann, ist sie ein logisches Produkt oder Summe. - Bsp Töne einer Oktave - dann ist die Klasse nicht durch Eigenschaften definiert, sondern in der Grammatik. - "Ton einer Oktave" ist keine Eigenschaft eines Tons. - Pointe: dann ist es auch nicht nötig hinzuzufügen: "und dies sind alle". - Das gälte auch, wenn die Welt nur aus Einzeldingen bestünde. - ((s) bei einer Aufzählung braucht man keine "Schlussklausel", "und das sind alle"). - Dagegen anders: wenn eine Klasse durch Eigenschaften definiert ist, braucht man den Zusatz "und dies sind alle.".
II 265
Können/Sprachspiel/Umstände/Wittgenstein:
II 266
Bsp ein Stamm lernt bestimmte Lieder und Gedichte auswendig. Ehe man sie öffentlich vorträgt, werden sie im Stillen geprobt. Heißt "können" dann, dass das stille Aufsagen gelingt? Die Verwendung von "können" beruht demnach auf diesem speziellen Faktum. Ohne diesen Umstand hätte sie sich nicht eingebürgert.
Der Umstand selbst geht jedoch nicht in die Bedeutung von "können" ein, es sei denn, man versteht unter "Bedeutung" die Beschreibung der gesamten Praxis der Verwendung dieses Worts. Eine derartige Beschreibung jedoch lässt sich nicht angeben, denn keine Liste wird lang genug sein. (> Gebrauchstheorie der Bedeutung).
II 416
WittgensteinVsRussell: er war darauf aus, neben der Liste noch eine weitere "Entität" zu erhalten, also lieferte er eine Funktion, die die Identität verwendet, um diese Entität zu definieren.
Liste/Klasse/Wittgenstein: gewöhnlich ist die Ersetzung einer Funktion durch eine Liste (Klasse) verfehlt.
Funktion/Liste/unendlich/Wittgenstein: eine schädliche Konsequenz des Versuchs, Funktion und Liste auszutauschen, ergibt sich in Verbindung mit unendlichen Listen.
Bsp die Bewegung eines Pendels kann man berechnen, je nachdem ob es von einer endlichen oder unendlichen Anzahl von Körpern angezogen wird.
II 417
Die Anzahl der Körper mit Hilfe des Gesetzes zu bestimmen, ist etwas ganz anderes, als sie zu zählen.



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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

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> Gegenargumente gegen Wittgenstein

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.10.2017