Philosophie Lexikon der Argumente

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V 54 ff
Löwenheim/Referenz/PutnamVsTradition: versucht, Intension und Extension einzelner Ausdrücke durch Bestimmung der Wahrheitsbedingungen (WB) für ganze Sätze festzusetzen.
V 56f
PutnamVsOperationalismus: Bsp (1) "E und eine Katze ist auf einer Matte"- Uminterpretation mit Kirschen und Bäumen, sodass alle Wahrheitswerte (WW) erhalten bleiben. - Ka* auf Ma*: a) einige Ka auf einigen Ma, und einige Ki auf einigen Bäumen, b) dito, aber keine Ki auf einem Baum c) keiner der vorangegangenen Fälle - Def Katze* x ist eine Ka* gdw. a) und x = Ki, oder b) und x = Ka oder c) und x = Ki - Def Matte*: x = Ma* gdw. a) und x = Baum oder b) und x = Ma oder c) und x = Quark - ad c) hier werden alle entsprechenden Sätze falsch - ((s) "Ka* auf Ma* ist die umfassendere (disjunktive) Aussage, und daher in allen Welten a) oder b) wahr.) - Putnam: durch die Uminterpretation wird Katze zu Katze* erweitert - dann könnte es unendlich viele Uminterpretationen von Prädikaten geben, die immer den "richtigen" Wahrheitswert zuordnen - dabei kann man "Empfindungen" sogar als einziges konstant halten. - Referenz ist unbestimmt wegen der Wahrheitsbedingungen für ganze Sätze (>Gavagai). - V 58 Man kann auch "sieht" uminterpretieren (etwa als sieht*), sodass der Satz "Otto sieht eine Katze" und "Otto sieht* eine Katze*" in jeder Welt dieselben Wahrheitswerte haben. - V 61 Welche Eigenschaften extrinsisch/intrinsisch sind, ist relativ zur Entscheidung, welche Prädikate man als Grundbegriff verwendet: Katze oder Katze*. - Eigenschaften sind nicht von sich aus extrinsisch/intrinsisch.
V 286ff
Löwenheim/Putnam: Theorem: S sei eine Sprache mit dem Prädikaten F1,F2,...Fk.I sei eine Interpretation in dem Sinne, dass jedem Prädikat von S eine Intension zugeordnet wird. Dann gibt es eine zweite Interpretation J, die zwar nicht mit I übereinstimmt, aber in jeder möglichen Welt dieselben Sätze wahrmacht wie I. - Beweis: W1,W2, seien alle möglichen Welten in einer Wohlordnung, und Ui sei die Menge der möglichen Individuen, die in der Welt Wi existieren Ri sei die Menge, die die Extension des Prädikats Fi in der möglichen Welt Wj bildet - die Struktur[Uj;Rij(i=1,2...k)] ist das "intendierte Modell" von S den der Welt Wj relativ zu I (d. h.Uj ist der Bereich von S in der Welt Wj, und Rij ist (mit i = 1,2,...k) die Extension des Prädikats Fi in Wj) - J sei die Interpretation von S, die dem Prädikat Fi (i=1,2,...k) folgende Intension zuordnet: die Funktion fi(W), die bei jeder möglichen Welt Wj den Wert Pj(Rij) hat - mit anderen Worten, die Extension von Fi ist in jeder Wj unter der Interpretation J so definiert, daß sie Pj(Rij) ist - da [Uj;Pj(Rij)(i=1,2...k)] ein Modell für dieselbe Menge von Sätzen ist wie [Uj;Rij(i=1,2...k)] (aufgrund des Isomorphismus), sind in jeder möglichen Welt unter J dieselben Sätze wahr wie unter I, und J unterscheidet sich von I in jeder Welt, in der wenigstens ein Prädikat eine nichttriviale Extension hat. -
V 66
Löwenheim/Absicht/Meinen/Putnam: das ist keine Lösung, weil das Haben von Intentionen die Fähigkeit zur Bezugnahme voraussetzt - Intention/Geistzustand: mehrdeutig: Bsp "rein": Schmerz, Bsp "unrein": ob ich weiß, dass Schnee weiß ist, hängt nicht von mir ab wie Schmerzen (>Zwillingserde, ZE) - uneingeklammerte Überzeugung setzt voraus, dass tatsächlich dort Wasser ist! (>Zwillingserde) - Intentionen sind keine geistigen Ereignisse, die Referenz bewirken. - V 70 Referenz/Löwenheim/PutnamVsField: eine Regel "x bezieht sich auf y gdw. x in R zu y steht" hilft nicht: auch wenn wir wissen, dass das wahr ist, könnte die (nach Field physikalische) Relation R jede beliebige Relation sein - II 102ff ...Bsp wir betrachten den Satz: (1) ~(ER)(R ist Eins-zu-Eins. Der Bereich von R < N. Der Wertebereich von R ist S) - Problem: ersetzen wir S durch die Menge der reellen Zahlen (in der von uns bevorzugten Mengenlehre). Dann wird (1) ein Theorem sein - dann sagt unsere Mengenlehre, dass eine gewisse Menge ("S") nicht abzählbar ist - S muss dann in allen Modellen unserer Mengenlehre (z.B. Zermelo-Fraenkel, ZF) nicht abzählbar sein. +
- Löwenheim: sagt nun aber, dass keine Theorie nur nicht-abzählbare Modelle besitzt - Widerspruch. - Das ist noch nicht die eigentliche Antinomie - Lösung: (1) "sagt" nur dann, dass S nicht-abzählbar ist, wenn der Quantor (ER) so interpretiert wird, dass er über alle Relationen von N x S reicht. - II 103 Wenn wir aber ein abzählbares Modell für die Sprache der Mengenlehre wählen, dann reicht "(ER)" nicht über alle Relationen, sondern nur über Relationen im Modell - dann sagt (1) nur, dass S in einem relativen Sinn nicht-abzählbar ist: endlich/unendlich sind dann relativ innerhalb einer axiomatischen Mengenlehre. - Problem: "nichtintendierte" Modelle, die überabzählbar sein sollen, "in Wirklichkeit" aber abzählbar sind - + absteigend ... Skolem zeigt, dass der Gesamte Gebrauch unserer Sprache (d.h. theoretische und operationale Bedingungen) die "alleinige intendierte Interpretation" nicht festlegen - Lösung: Platonismus: postuliert "magische Bezugnahme". - Realismus: hat keine Lösung. - II 105 Am Ende haben die Sätze der Mengenlehre keinen festen Wahrheitswert.
II 116
Lösung: These: wir müssen Interpretation anders definieren als durch Modelle.

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

> Gegenargumente gegen Putnam



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 27.05.2017