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Mereologie: befasst sich mit dem Verhältnis von Teilen und Ganzem und systematisiert die Relationen, die zwischen ihnen bestehen können. Ein Merkmal der Mereologie gegenüber der Mengenlehre ist der gleiche ontologische Status von Teilen und Ganzen in der Mereologie im Gegensatz zum ungleichen Status von Menge und Element in der Mengenlehre. Damit können Paradoxien vermieden werden, wie sie z.B. mit der Allklasse oder Allmenge auftreten. Siehe auch Teil-von-Relation, Russellsche Paradoxie, Transitivität, Extensionalität, Summe.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

David K. Lewis über Mereologie – Lexikon der Argumente

Schwarz I 79f
Mereologie: Mengen sind nicht die Summen ihrer Elemente- Summe eines einzelnen Dings A ist das Ding A selbst - die Einermenge {A} ist aber nie identisch mit A. >Einermenge, >Singleton.
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IV 44
Gegenstück/Paare/Mereologie/Lewis: Bsp Zwillingsbrüder Dee und Dum in der aktualen Welt. Ihr Paar kann als mereologische Summe aufgefasst werden.
Das Paar ist als mereologische Summe ein mögliches Individuum, keine Menge. Dann kann die Gegenstücktheorie ohne Modifikation darauf angewendet werden.
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V 258
Ereignis/Mereologie/Logik/Teil/logische Relation/Lewis: wir haben gesehen, dass ein Ereignis in einem Sinn Teil eines anderen Ereignisses sein kann.
1. Dann haben sie, wie ich vorschlage, eine Mereologie, wie sie alle Klassen haben: die Teile von Klassen sind die Teilklassen. (>Teilmengen).
2. in einem anderen Sinn haben sie noch eine andere Mereologie: Regionen können raumzeitliche Teile von anderen Regionen sein. Ereignisse sind Klassen von Regionen, die Mereologie der Elemente überträgt sich über auf die Klassen, in dem Sinn, dass Ereignisse auch raumzeitliche Teile voneinander sein können.
V 260
Def Überlappen/Ereignis/Mereologie/Lewis: zwei Ereignisse überlappen sich, wenn sie ein Ereignis als gemeinsamen Teil haben. Ein atomistisches Ereignis hat dabei keine Ereignisse außer sich selbst als Teil.
Def mereologische Summe/Ereignis/Mereologie/Lewis: ein Ereignis e ist die mS von Ereignissen f1,f2... dann und nur dann, wenn e alle und nur die Ereignisse überlappt, die wenigstens eins der fs überlappen.
Prinzipien/Mereologie/Ereignis/Lewis: Frage: sind die Prinzipien hier
a) die gleichen wie die der unbeschränkten Mereologie von Individuen, in der einzelne Individuen immer ein anderes Individuum als ihre Summe haben? Oder ist sie
b) die beschränkte Mereologie von z.B. Stühlen, in der mehrere Stühle selten oder nie einen anderen Stuhl als ihre Summe haben? (>Teilmenge/>Menge).
Lewis: These Ereignisse haben eine besser zugängliche Mereologie als z.B. Stühle:
Bsp ein Krieg kann eine mereologische Summe von Schlachten sein,
Bsp eine Konferenz die Summe ihrer Sitzungen.
Aber wir lassen offen, ob Ereignisse, wie vielfältig auch immer, stets andere Ereignisse als Teile haben müssen. Es hängt davon ab, ob man unbeschränkte Summen zulässt, so dass es keine Grenze gibt, wie groß und uneinheitlich ein Ereignis sein mag, oder ob man eine gewisse Einheit für sie fordert (beschränkte mereologische Summe).
Veilleicht liefert die Summe eine Eigenschaft, die formal geeignet ist für Regionen, aber nicht ein Ereignis. Das ist schwer zu entscheiden. Unsere Ereignisse sollen als Ursachen und Wirkungen dienen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Lewis I
David K. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

Lewis I (a)
David K. Lewis
An Argument for the Identity Theory, in: Journal of Philosophy 63 (1966)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (b)
David K. Lewis
Psychophysical and Theoretical Identifications, in: Australasian Journal of Philosophy 50 (1972)
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis I (c)
David K. Lewis
Mad Pain and Martian Pain, Readings in Philosophy of Psychology, Vol. 1, Ned Block (ed.) Harvard University Press, 1980
In
Die Identität von Körper und Geist, Frankfurt/M. 1989

Lewis II
David K. Lewis
"Languages and Language", in: K. Gunderson (Ed.), Minnesota Studies in the Philosophy of Science, Vol. VII, Language, Mind, and Knowledge, Minneapolis 1975, pp. 3-35
In
Handlung, Kommunikation, Bedeutung, Georg Meggle Frankfurt/M. 1979

Lewis IV
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

Lewis V
David K. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

Lewis VI
David K. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LewisCl
Clarence Irving Lewis
Collected Papers of Clarence Irving Lewis Stanford 1970

LewisCl I
Clarence Irving Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Schw I
W. Schwarz
David Lewis Bielefeld 2005

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