Philosophie Lexikon der Argumente

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Messen, Philosophie: A. Das Problem des Messens wird im Zusammenhang mit Interpretationen der Quantenmechanik diskutiert. B. Der Vergleich D. Davidsons der Zuschreibung von sprachlichen Bedeutungen mit dem Messen wird in anderen Theorien aufgegriffen.
 
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I 23
Propositionale Einstellungen/Davidson: These: Zuschreibung propositionaler Gegenstände an andere Personen ist dem Messen analog.
Bsp Objekte von Wünschen, Überzeugungen, Absichten.
Sie haben keine kausalen Kräfte und daher können sie nicht auf unseren Geist und unser Gehirn oder überhaupt auf uns einwirken. In welcher Beziehung können wir überhaupt zu ihnen stehen?
Dies sind die beiden Hilfsmittel, die es einem endlichen Vokabular ermöglichen, unendliche Bereiche abzudecken.
Gegenstände erlauben es uns, Adjektive in den Griff zu bekommen.
Ereignisse leisten zumindest für manche Adverbien das gleiche. Und beim Messen wird diese Aufgabe von den Zahlen erfüllt.
Jetzt können wir das semantische Bedürfnis nach Gegenständen durch den sich der Inhalt von Sätzen angeben läßt, von der Vorstellung trennen, es müsse überhaupt irgendwelche Gegenstände geben, mit denen jemand, der einen propositionale Einstellung hat, in psychischer Berührung steht.
Bsp: Gewichte verschiedener Gegenstände: manche wiegen dasselbe, manche das Doppelte, manche gar nichts. Durch Einführung eines Maßstabs wird daran nichts geändert.
Die einzigen Gegenstände, die wir benötigen sind die Zahlen und die Dinge, die Gewicht haben. Durch die Aussage, in Karat betrage das Gewicht des Diamanten 109 legen wir und nicht auf Gewichte im Sinne von Gegenständen fest.
Danach gibt es keine Alternative zur Auffassung von Glaubenssätzen als relationalen Sätzen.
Dieser "Relativismus" enthält aber nichts, was zeigen könnte, daß die gemessenen Eigenschaften nicht "wirklich"sind.
Dav I 26
Messen/Davidson: Maßstab ändert nichts an der Tatsache des Gewichts oder den Verhältnissen - Zahlen werden benötigt, wohnen dem Gegenstand aber nicht inne - Ontologie: Gewicht ist nichts Gegenständliches - Analogie zum Messen: Zuschreibung intentionaler Zustände - Zahlen: müssen hier nur Beibehaltung der Proportionen gewährleisten - dennoch: wenn es keinen Widerspruch zwischen 0° Celsius und 32° Fahrenheit gibt, zeigt das nicht, daß die gemessenen Eigenschaften nicht "wirklich" sind.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

> Gegenargumente gegen Davidson



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017