Philosophie Lexikon der Argumente

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Metapher: Die Übertragung eines sprachlichen Ausdrucks in einen anderen Zusammenhang als den, in dem er erwartet wurde. Die Erwartung ergibt sich aus der Häufigkeit von bisherigen Verwendungen in bestimmten Kontexten. Durch die Übertragung wird ein Ausdruck, der eigentlich an der Stelle in der Rede erwartet wurde, ersetzt. Bedingung für die Ersetzung ist eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Merkmalen von altem und neuem Ausdruck, die für das Verständnis erforderlich ist. Die Unwahrscheinlichkeit des Auftretens des neuen Ausdrucks ist eine Bedingung für die rhetorische Wirkung der Metapher.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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III 73
Metapher/Goodman: Bsp "hohe Note" ist keine erstarrte Metapher! - Der Besitz von Eigenschaften ist etwas Tatsächliches. - Kein verkürzter Vergleich: alles ist irgendwie allem ähnlich - eine Seite des Vergleichs ist unmetaphorisch.
III 81
Max Black: In einigen Fällen ist es erhellender zu sagen, dass die Metapher die Ähnlichkeit hervorbringt, als zu sagen, dass sie einer vorgängig existierenden Ähnlichkeit Ausdruck verleiht.
III 82
Die Frage, warum Prädikate so und nicht anders metaphorisch zutreffen, ist fast gleichzusetzen mit der Frage, warum sie buchstäblich zutreffen. Eigentlich ist das keine echte Frage. Warum Dinge so sind wie sie sind, kann man den Kosmologen überlassen.
III 82
Die Wahrheitsstandards sind so ziemlich dieselben, ob das Schema übertragen ist oder nicht.
IV 145
Metaphorischer Gebrauch: "Wilbur ist ein Arbeitspferd" verbietet die Ableitung "Wilbur ist vierfüßig".
IV 146
Es kann nicht aufrechterhalten werden, dass die metaphorische zusammen mit der buchstäblichen Bedeutung im Lexikon ist.
Denn es gibt potentiell unendlich viele Anwendungen eines Ausdrucks.
Ein Metapher ist kein "abweichender" Gebrauch. Diese Auffassung ist verständlich, auch wenn falsch!


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

G I
N. Goodman
Weisen der Welterzeugung Frankfurt 1984

G II
N. Goodman
Tatsache Fiktion Voraussage Frankfurt 1988

G III
N. Goodman
Sprachen der Kunst Frankfurt 1997

G IV
N. Goodman/K. Elgin
Revisionen Frankfurt 1989

> Gegenargumente gegen Goodman



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.08.2017