Philosophie Lexikon der Argumente

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Modale Eigenschaften: Eigenschaften, die einem Gegenstand nicht aktual, sondern in einer möglichen Welt zugeschrieben werden. Eine modale Eigenschaft ist z.B. die Eigenschaft, unter anderen Umständen glücklicher zu sein. Es ist die Frage, ob ein Gegenstand in der aktualen Welt eine bestimmte Beschaffenheit haben muss, um in einer anderen Welt andere Eigenschaften haben zu können. Siehe auch Modallogik, Modaler Realismus, Mögliche Welten, Zentrierte Welten, Kontingenz, Möglichkeit, Notwendigkeit, Eigenschaften, Extensionalität.
 
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I 189
Wesen/Essenz/Kripke: Bsp Statue: die Statue und das Stück Ton sind zwei Gegenstände!
Die Tatsache, dass das Stück Ton eine modale Eigenschaft besitzt, nämlich, "ein Ding zu sein, das kugelförmig gewesen sein könnte" fehlt der Statue.
VsKripke: das hört sich zunächst merkwürdig an: Bsp wenn ich die Statue auf die Waage stelle, messe ich dann zwei Gegenstände?
Bsp Ebenso merkwürdig ist es auch zu sagen, ein menschliches Wesen sei nicht mit der Aggregation seiner Moleküle identisch.
Intrinsische Eigenschaften/Putnam: Bsp Angenommen es gäbe "intrinsische Verbindungen" meiner Gedanken zu äußeren Gegenständen: dann gibt es vielleicht in meinem Gehirn einen Raumzeitbereich mit mengentheoretischen Verbindungen mit einem abstrakten Gegenstand, der gewisse äußere Gegenstände beinhaltet.
Dann wird dieser Raumzeit Bereich ähnliche mengentheoretische Verbindungen mit anderen abstrakten Entitäten haben, die andere äußere Gegenstände beinhalten.
Dann kann der Materialist sicherlich sagen, dass meine "Gedanken" gewisse äußere Gegenstände intrinsisch beinhalten, indem er diese Gedanken mit einer bestimmten abstrakten Entität identifiziert.
Problem: wenn diese Identifikation aber ein Zug der Wirklichkeit selbst sein soll, dann muss es in der Welt wirklich Essenzen in einem Sinn geben, den die Mengenlehre nicht erklären kann.
Wesen/wesentliche Eigenschaften/PutnamVsKripke: Kripkes Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann nicht dazu dienen, ihn zu begründen.
I 190
Begriff/mögliche Welt/Putnam: moderne Semantik: Funktionen über mögliche Welten stellen Begriffe dar - Bsp der Begriff "diese Statue" ungleich Begriff "dieses Stück Ton" - PutnamVsMöWe: Frage: gibt es in der wirklichen Welt einen Gegenstand, auf den der eine dieser Begriffe wesentlich und der andere nur akzidentiell zutrifft? - Mögliche Welten liefern zu viele Gegenstände.
PutnamVsKripke:/PutnamVsEssentialismus: seine Ontologie setzt Essentialismus voraus, sie kann ihn nicht begründen. - modale Eigenschaften sind kein Teil der materialistischen Einrichtung der Welt - aber Kripke individuiert Gegenstände durch ihre modalen Eigenschaften - wesentliche Eigenschaften/Putnam: habe ich nicht in "parallele Welten" sondern statt dessen in mögliche Zustände der wirklichen Welt verlagert. - (Bsp eine andere Flüssigkeit als H20 sei Wasser). - Das ist insofern essentialistisch, als wir damit die Natur von Wasser entdeckt haben. - Wir sagen einfach Wasser soll nichts anderes sein (Intention). - Das ist eben unser Gebrauch und nicht "in die Welt eingebaut" (intrinsisch). - (Kripke dito). - VsMaterialismus: diesem hilft diese semantische Lesart nicht, weil sie Referenz schon voraussetzt - (Materialismus möchte Referenz aus "intrinsischer" Kausalbeziehung gewinnen).

Pu I
H. Putnam
Von einem Realistischen Standpunkt Frankfurt 1993

Pu II
H. Putnam
Repräsentation und Realität Frankfurt 1999

Pu III
H. Putnam
Für eine Erneuerung der Philosophie Stuttgart 1997

Pu IV
H. Putnam
Pragmatismus Eine offene Frage Frankfurt 1995

Pu V
H. Putnam
Vernunft, Wahrheit und Geschichte Frankfurt 1990

> Gegenargumente gegen Putnam



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 28.05.2017