Philosophie Lexikon der Argumente

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Modallogik: Erweiterung der klassischen Logik zu Systemen, in denen auch Möglichkeit und Notwendigkeit ausgedrückt werden können. Verschiedene Ansätze gebrauchen dafür Operatoren zum Ausdruck von „notwendig“ und „möglich“, die je nach Platzierung innerhalb von Formeln Behauptungen von unterschiedliche Stärke gewinnen lassen. Bsp Es gibt einen Gegenstand, der notwendig die Eigenschaft F hat/ Es ist notwendig, dass es einen Gegenstand mit der Eigenschaft F gibt. Die Einführung möglicher Welten macht Quantifikation zum Ausdrücken von Möglichkeit (Es gibt mindestens eine Welt, in der…) und Notwendigkeit (Für alle Welten gilt…) möglich. Siehe auch Operatoren, Quantoren, Vollständigkeit, Reichweite, Mögliche Welten.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Chisholm II M.David/L. Stubenberg (Hg) Philosophische Aufsätze zu Ehren von R.M. Chisholm Graz 1986

II 74
Modallogik/Möglichkeit/Notwendigkeit/Chisholm/Sauer: aus M folgt NM (s.u.) und umgekehrt: was möglich ist, ist notwendigerweise möglich - "Es gibt eine Welt, so p", "jede mögliche Welt ist so, dass es eine mögliche Welt gibt, so dass p" - ((s) Mögliche Welten schließen keine anderen möglichen Welten aus).
(NM) Es ist möglich dass p <> es ist notwendigerweise möglich dass p (!).
(Es gibt eine Welt. so dass p <> Jede Welt ist so, dass es eine Welt gibt, so dass p).
((s) NM gültig, weil Mögliche Welten nicht andere Mögliche Welten ausschließen.)

Sauer: NM ist anwendbar, wenn Möglichkeit nur durch Widerspruchsfreiheit begrenzt ist. - Die Widerspruchsfreiheit ist unabhängig davon, welche nicht-logischen Propositionen wahr sind.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Chi I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chi III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 23.06.2017