Philosophie Lexikon der Argumente

 
Moores Hände: Gedankenexperiment von G.E. Moore (Moore, Proof of an External World, 1939). Indem er seine Hände hebt und sagt „Hier ist eine Hand und hier ist noch eine“ demonstriere er ganz direkt, dass es mindestens zwei materielle Dinge in der äußeren Welt gibt. Die meisten Autoren vertreten die Ansicht, dass es auf diese Weise nicht möglich sei, den Skeptizismus zu widerlegen, da die skeptischen Zweifel tiefer gehen und unter anderem das Verhältnis zwischen Manifestation und Wissen betreffen. Letztlich ist nicht ausgeschlossen, dass die ganze Situation wiederum geträumt wird.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
Bücher bei Amazon
I 83
Moores Hände/Existenzbeweis/Stroud: Moore hat Kant falsch verstanden, dass er die Existenz unserer Außenwelt bezweifelte. - ((s) nur unser Wissen von ihr.)
StroudVsMoore: das geht nur als Antwort auf eine bestimmter Frage - VsMoore: falscher Beweis: Irrtum, dass die Prämissen als wahr bekannt seien! - (Er ist nicht falsch, wenn er nicht VsSkeptizismus ist). - MalcolmVsMoore: bleibt Antwort auf Skeptizismus schuldig - sagt nicht, was an seinem Zweifel falsch ist - statt Händen könnte er nicht "den Baum da" nehmen und durch klare Sicht auf ihn beweisen - (aber genau das scheint er zu tun).
I 89
AmbroseVsMoore: nicht hinreichend als direkt empirische Position.
I 90
Malcolm: Moore argumentiert sprachlich - I 92 AmbroseVsMoore: dieser meint, der besondere Fall der Hände unterscheide sich von anderen Dingen der Außenwelt - das tun sie aber nicht.
I 93
Wittgenstein: wenn dir der Beweis der Hände gelingt, schenken wir dir den Rest - I 94 Moore selbst: hielt seinen Beweis nicht für linguistisch sondern empirisch.
I 99
Moores Hände/Skeptizismus/Stroud: der Skeptizismus bringt nichts vor, das Moore als falsch beweist - das ist die Wichtigkeit von Moores Beweis - es muss einen allgemeinen Satz geben, dass es keine äußeren Dinge gäbe, den Moore widerlegt - dann wäre der Skeptizismus noch viel komplexer und schwieriger.
I 114
Moores Hände/Skeptizismus/Stroud: "Ich weiß. dass hier eine Hand ist": man kann nicht leugnen, dass es Fragen gibt, auf die das eine Antwort ist. - VsMalcolm: Moore weiß auch, was er tut - er beantwortet nur nicht den Skeptizismus. - Einen Mangel in Moores Beweis gibt es nur, wenn es einen allgemeine Frage über Wissen gibt, dies es Moore unmöglich macht, zu antworten.
Außenwelt/Stroud: anders als Skeptizismus: hier hat Moore die Existenz äußerer Dinge gezeigt (wie wir auch wissen).
I 115
Stroud: bei der Fragen nach der Existenz der Außenwelt wird kein bestimmtes philosophisches Problem beantwortet! - Bsp direkte Frage: gab es vor Christi Geburt Äpfel auf Sizilien? - dann haben wir eine Idee, wie wir es herausfinden (Historiker fragen). - Skeptizismus: das geht aber nicht, wenn man überhaupt nichts über die Welt weiß - ((s) Wissen/(s): wenn Wissensfragen beantwortet werden, ist Existenz schon impliziert.)
I 117/18
Skeptizismus/Stroud: kann nur aus der "distanzierten Position" (externes Wissen, philosophisch, nicht fachwissenschaftlich) widerlegt werden - dann kann ich mich nicht auf bestimmte Dinge wie Hände berufen. - Externes Wissen/Stroud: ist nicht eine allgemeinere Form von Wissen - (das zu glauben war Moores Fehler) - die philosophische Frage kann gar nicht durch eine gewöhnliche Form von Wörtern ausgedrückt werden! - pro Moore: gerade seine Weigerung, die externe Position einzunehmen zeigt die Wichtigkeit seiner Bemerkungen. Skeptizismus/Stroud: fragt nicht nur, was gewusst wird, sondern wie es gewusst wird.
StroudVsMoore: sein Beweis ist nicht empirisch.
I 124
Allgemeines/Besonderes/Moores Hände/Skeptizismus/Stroud: an Moores Vorgehen ist nichts falsches (dass er die allgemeinen Fragen der Philosophen mit bestimmten Antworten versieht - wie sonst sollte man allgemeine Fragen beantworten?
I 133
Prämissen/Beweis/Moores Hände/Stroud: es war Moore bewusst, dass er seine Prämissen nicht bewiesen hat - das müssen Prämissen auch nicht - viele Dinge können direkt ohne Beweis gewusst werden.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Strd I
B. Stroud
The Significance of philosophical scepticism Oxford 1984

> Gegenargumente gegen Stroud

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.09.2017