Philosophie Lexikon der Argumente

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Negation, Philosophie, Logik: Verneinung eines Satzes. In der Logik durch Voranstellung des Negationssymbols. Alltagssprachlich ausgedrückt durch das Wort „nicht“, das an verschiedenen Positionen des Satzes stehen kann. Wenn die Negation sich nur auf ein Satzteil bezieht, muss das durch die Position deutlich gemacht werden, z.B. kann ein Prädikat abgesprochen werden, ohne den ganzen Satz zu verneinen. In der Logik unterscheidet man daher auch innere und äußere Negation durch den Gebrauch verschiedener Symbole.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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EMD II 295
Innere/äußere Negation/Brian Medlin: Bsp Paradox der Bewegung - Problem: zwischen letztem Moment der Ruhe und erstem der Bewegung zu wählen (zwei Dedekindsche Schnitte)
1. "Nicht in Bewegung: rrr oder rr- (gefolgt oder angeführt oder beides: von Ruhe)
2. "Es ist nicht der Fall, dass x in Bewegung war: nicht rbr
3. x war in Bewegung :nur bb oder bbb.
Das ist ein gutes Beispiel weil keine trägerlosen Namen vorkommen.
II 299
Innere/äußere Negation/Wiggins: das Problem: (Unterscheidung zwischen letzter Ruhe/erster Bewegung) taucht bei einer einfachen Sprache an anderer Stelle auf, auch wenn man "ist in Bewegung" vermieden hat - statt dessen Formel mit "erfüllt": "an welcher Stelle hörte es auf, wahr zu sein, dass "nicht(x bewegte sich)" obwohl x sich immer noch nicht bewegt?" - keine Lösung: intuitionistisch, Satz vom ausgeschlossenen Dritten: dann Problem in der Metasprache: zwischen Prädikatnegation und Satznegation - Standardlösung für einheitliche Negation in Objektsprache/Metasprache (+) - Problem: erklärt nicht, warum es attraktiv ist, den Unterschied zu machen:
a) es kann wahr sein, dass es nicht der Fall ist, dass El Dorado in Venezuela liegt - und
b) nicht wahr, dass El Dorado nicht-in-Venezuela liegt (((s) Bindestriche sic). - Dieser Unterschied der Prädikatmodifikation wird in der Modallogik nicht deutlich gemacht.
II 300
Lösung: einheitlicher Funktor von Prädikaten auf Prädikate, lange und kurze Reichweite, beide Formen auseinander ableitbar - semantisch verschiedene Interpretationen, syntaktisch unterscheidbare Strukturen aufzubauen.
Prädikatnegation: hier führt der Funktor "nicht" vom Prädikat zu seinem Komplement.
II 301
Satznegation: hier führt der Funktor vom Prädikat zu Prädikat, z.B. vom universellen Prädikat "λx(Sokrates ist kahl)" (angenommen er sei kahl) - zum Nullprädikat "nicht[λx(Sokrates ist kahl)])".
II 301
Notwendig/Wiggins: analog zu innerer/äußerer Negation: Tradition: Unterschied nach der ersten Methode zu verwischen: Bsp "notwendigerweise ist Sokrates ein Mensch" und "Sokrates ist notwendigerweise ein Mensch" - Wiggins pro zweite Methode - > Def Erfüllung für Sätze mit "notw": Wiggins pro Existenz als notwendige Eigenschaft - >Existenzgeneralisierung.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Wigg I
D. Wiggins
Essays on Identity and Substance Oxford 2016

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

> Gegenargumente gegen Wiggins



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 20.08.2017