Philosophie Lexikon der Argumente

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Notwendigkeit, Philosophie: Es werden verschiedene Arten von Notwendigkeit unterschieden, die in ihrer Stärke voneinander abweichen. Bsp physikalische, logische, metaphysische Notwendigkeit. Siehe auch Notwendigkeit de dicto, Notwendigkeit de re.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 73 ff
Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge.
Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. Das heißt, dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit!
I 157
Notwendigkeit/Form/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: nach Wittgenstein lassen sich solche logischen Notwendigkeiten immer an der logischen Form der betreffenden Sätze erkennen.
Diese wird durch rein notationsgebundene Merkmale dargestellt. "Es ist das besondere Merkmal der logischen Sätze, dass man an der Form allein erkennen kann, dass sie wahr sind."
Alle notwendigen Verbindungen sind wiederum letzten Endes Tautologien. Das wirft nun ein neues Licht auf die "Bildtheorie".
I 165/166
Farbe/Farbwörter/Notwendigkeit/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: die Frage, ob die Farbeninkompatibilität einen Verstoß bedeutet gegen Wittgensteins Vorstellung, dass rein logische Notwendigkeiten die einzigen Notwendigkeiten sind, wird jetzt in eine neues Licht gerückt.
Es hängt davon ab, was wir für die logische Form der Farbbegriffe halten (oder die richtige Notation). Wird
a) jede einzelne Farbe durch ein einstelliges Prädikat wiedergegeben, erhalten wir Notwendigkeiten, die nicht logischer Art sind.
b) Punkte in einem Farbraum: dann bewirken die Inkompatibilitäten der verschiedenen Farben keine nichtlogischen Notwendigkeiten.
(Wittgenstein ist diese Alternative von Anscombe aber sicherlich fremd). Er setzt sich unentwegt mit dem Begriff des Farbenraums auseinander. Dieser Konzeption kann man aber nicht gerecht werden, wenn man spezifische Farbwörter als undefinierte Prädikate interpretiert
II 79
Notwendigkeit/notwendig/Wittgenstein: einer Notwendigkeit in der Welt entspricht eine willkürliche Regel in der Sprache.
II 134
Notwendig/Notwendigkeit/Physik/Logik/Wittgenstein: den Ausdruck verwenden wir sowohl in der Logik als auch in der Physik, denn es besteht eine gewisse Analogie zwischen ihnen.
II 168
Die Wörter "Möglichkeit" und "Notwendigkeit" bringen ein Stück Grammatik zum Ausdruck, sie sind dabei allerdings nach dem Muster von "physikalischer Möglichkeit" gebildet.
VI 124
WittgensteinVsNotwendigkeit/Schulte: die Notwendigkeit des logischen "Muss" ist nur Übereinkunft.
VI 169
Notwendigkeit/Wittgenstein: nicht bei Gegenständen, nur bei Begriffen - nicht bei Farbtönen (dass notwendig noch eine Stufe dazwischen liegt) sondern beim Darstellungssystem (Übereinkunft).

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus Logico Philosophicus Frankfurt/M 1960

> Gegenargumente gegen Wittgenstein
> Gegenargumente zu Notwendigkeit



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 26.06.2017