Philosophie Lexikon der Argumente

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Objektivität: Eine Eigenschaft von Feststellungen über Sachverhalte. Dabei wird davon ausgegangen, dass die dem Sachverhalt zugeschriebenen Eigenschaften durch den Sachverhalt bestimmt werden und nicht oder möglichst wenig beeinflusst durch die zuschreibende Person. Zur Feststellung, ob diese Forderung erfüllt ist, gehört die Berücksichtigung der Methoden des Zugangs zu Informationen. Damit wird über den betrachteten Sachverhalt hinausgegangen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 136f
Objektivität/Brandom: naiv: aus Erfolg von Repräsentation - die O ist ein Merkmal von Beurteilungspraktiken hinsichtlich der Korrektheit von Rep - Rep als Antwort auf das, was rep wird, nicht als was das Repräsentierte aufgefasst wird - so geht der Status über die Einstellung hinaus - deswegen Rep nicht semantischer Grundbegriff.
I 692
objektiv: sozial instituiert, aber nicht intersubjektiv.
I 736f
Objektivität: hängt davon ab, was wahr ist von dem, was Behauptungen und Begriffsanwendungen tatsächlich repräsentieren oder wovon sie handeln, und nicht davon, was irgendwer oder jedermann für wahr hält.
Die Objektivität besteht in der Unterscheidung zwischen Zuschreibung, Anerkennung und Festlegung.
I 822 ff
Was objektiv richtig und wahr ist, richtet sich nach den Gegenständen, über die gesprochen wird, nicht nach dem, was über sie gesagt wird, auch nicht nach den Einstellungen irgendwelcher oder aller Mitglieder der Gemeinschaft.
I 314
Objektivität/Brandom: eine objektive oder naturalistische Theorie kognitiver Berechtigung lässt sich nicht allein aus Verlässlichkeitserwägungen ableiten, auch nicht eine solche naturalistische Theorie der richtigen Begriffsverwendung
I 823
Objektivität/Normen/Gemeinschaft/Sprache/Brandom: Vs Ich-Wir-Konzeption sozialer Praktiken: falsche Gegenüberstellung der Ansichten des Einzelnen mit denen der Gesellschaft (Intersubjektivität) - BrandomVsIntersubjektivität als Modell für Objektivität - Problem: die Gemeinschaft als ganzes verliert die Fähigkeit, Unterscheidungen zu treffen - das assimiliert die Gemeinschaft an ihre Individuen
I 824
Objektivität/Realität/Welt/Brandom: dass unsere Begriffe von einer objektiven Welt handeln, liegt z.T. daran, daß es einen objektiven Sinn von Richtigkeit gibt, dem ihre Anwendung unterworfen ist - I 825 - ein propositionaler oder sonstiger Gehalt kann nur von einem Standpunkt aus spezifiziert werden, und der ist subjektiv, nicht in einem cartesianischen Sinne, sondern im ganz praktischen Sinn (Kontoführendes Subjekt) - BrandomVsTradition: statt auf nichtperspektivische Tatsachen muß man nur auf die strukturellen Merkmale der Kontoführungspraktiken achten - I 826 die Objektivität besteht in der Unterscheidung zwischen Zuschreibung, Anerkennung und Festlegung - I 828 Unterschied zwischen objektiv und subjektiv Richtigem ist der zwischen einer zugewiesenen und einer vom Sprecher anerkannten Festlegung - innerhalb jeder Perspektive gibt es einen Unterschied zwischen Status und Einstellung - Objektivität ist dann ein struktureller Aspekt der sozialperspektivischen Form begrifflicher Gehalte - I 829 objektiver repräsentationaler Gehalt: de re-Zuschreibung: er glaubt von Chinin, dass.. - dadurch Spezifikation von Gegenständen.
I 831
Ich-Du-Stil/Kontoführung/Brandom: die Festlegungen werden von einem Individuum (Kontoführer) eingegangen, nicht von "der Gemeinschaft" - BrandomVsIntersubjektivität (Ich-Wir-Stil): kann der Möglichkeit des Irrtums seitens der privilegierten Perspektive keinen Platz einräumen.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.11.2017