Philosophie Lexikon der Argumente

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Ontologie: Die Menge der materiellen oder immateriellen Gegenstände, von denen eine Theorie annimmt, dass sie Aussagen über sie treffen kann. Nach klassischer Logik muss dazu von einer Existenzannahme ausgegangen werden. In anderen Wissensgebieten wird die Frage, ob z.B. Relationen wirklich existieren oder bloß gedankliche Konstrukte sind, nicht immer als entscheidend angesehen, solange man damit arbeiten kann. Immaterielle Gegenstände sind z.B. sprachliche Strukturen in der Linguistik. Siehe auch Existenz, Mathematische Entitäten, Theoretische Entitäten, Theoretische Termini, Realität, Metaphysik, Wirklichkeit, Semantic Web.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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K. Glüer, Davidson zur Einführung, 1993
Glüer II 94ff
Ontologie/Quine: beinhaltet für Quine nur physikalische Objekte und Klassen - Handlung ist kein Gegenstand - DavidsonVsQuine: Handlung ist ein Ereignis und Referenzobjekt.
VsEreignisontologie: verschiedene Autoren: Ereignisse sind eigentlich überflüssig, weil adverbiale Modifikationen auch mit sparsamerer Ontologie realisiert werden können. Montague, Clark, Parsons: "Modifier-Theorie": keine Ereignisse, nicht beschränkt auf "restriktive" Adverbien, jedoch komplexerer logischer Apparat.
Jaegwon Kim: Ereignisse nicht als individuierte Individuen, sondern mit Hilfe von Eigenschaften identifizieren.
Davidson fundiert seine gesamte Philosophie durch die Ontologie partikularer Ereignisse. Unterscheidung zwischen Ereignistoken und Beschreibung.
Quine: "Keine Entität ohne Identität".
Die radikale Interpretation führt nicht notwendigerweise zu einheitlichen Ontologien für alle Sprecher.
Glüer II 121 ff
ontologische Kategorien: für Davidson Personen, materielle Gegenstände, Ereignisse.
Ontologie/Davidson: ist als übergeordnetes Prinzip immer dann notwendig, wenn wir eine grammatische Kategorie anerkennen, der wir unendlich viele Ausdrücke zuordnen müssen. - Daher brauchen wir Ereignisse und Gegenstände: Gegenstände erlauben uns, Adjektive in den Griff zu bekommen. - Ereignisse: dasselbe für manche Adverbien. - ((s) Ontologie sprachlich motiviert.)
Glüer II 134
Ontologie/Davidson/Glüer: These: Personen, materielle Gegenstände, Ereignisse. Frage: könnten diese ontologischen Kategorien variieren? - Nein, wahrscheinlich nicht, weil sonst unterschiedliche Sortierung keinen Sinn ergibt.
Glüer II 137
Ontologie/mental/physisch/Davidson: ist bescheibungs-un-abhängig! - intentionalistischer wie physikalistischer Diskurs beruhen auf derselben Ereignisontologie.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

D I
D. Davidson
Der Mythos des Subjektiven Stuttgart 1993

D III
D. Davidson
Handlung und Ereignis Frankfurt 1990

D IV
D. Davidson
Wahrheit und Interpretation Frankfurt 1990

D II
K. Glüer
D. Davidson Zur Einführung Hamburg 1993

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