Philosophie Lexikon der Argumente

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Paradoxien: Widersprüche innerhalb von formal korrekten Aussagen bzw. Aussagenmengen, die dazu führen, dass eine Existenzannahme, die zunächst plausibel erschien, zurückgezogen werden muss. Paradoxien sind keine Fehler, sondern Herausforderungen, die eventuell zur Neuformulierung der Voraussetzungen und Annahmen oder zur Änderung der Sprache, des Gegenstandsbereichs und des logischen Systems führen. Siehe auch Antinomien, Russellsche Paradoxie, Widersprüche, Reichweite, Konsistenz.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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GLU I 131ff
Paradoxie/Luhmann: Paradoxien entstehen, wenn Bedingungen ihrer Möglichkeit gleichzeitig Bedingungen ihrer Unmöglichkeit sind - Bsp Paradoxie des Epimenides: Dieser Satz ist falsch - Bedingung der Falschheit ist zugleich Bedingung der Wahrheit.
Die Paradoxie hat daher nicht die Form A = Nicht A , das wäre eine widersprechende, aber nicht paradoxe Aussage, sondern A weil Nicht A - Paradoxien entstehen, wenn der Beobachter (jede Beobachtung ist eine Unterscheidung) die Frage nach der Einheit der Unterscheidung stellt.
Jede Unterscheidung ist paradox, weil beide Seiten immer zugleich anwesend sind. - Paradox: das System beobachtet, dass seine Umwelt nichts anderes als ein internes Produkt seiner Operationen ist.
Paradoxien/Luhmann: sind ein Problem für den Beobachter, nicht notwendig für die Operationen des beobachtenden Systems. - Asymmetrisierung kann entparadoxieren.
GLU I 132
Paradoxie/Luhmann/GLU: logische Form: nicht A = Nicht-A sondern A weil Nicht-A. - Die Bedingungen der Möglichkeit sind gleichzeitig die ihrer Unmöglichkeit. Ein Paradox entsteht, wenn der Beobachter die Frage nach der Einheit der Unterscheidung stellt. - Jede Unterscheidung ist paradox, weil beide Seiten immer zugleich anwesend sind - sie sind ein Problem für den Beobachter - nicht für die Operationen des Systems.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

AU I
N. Luhmann
Einführung in die Systemtheorie Heidelberg 1992

Lu I
N. Luhmann
Die Kunst der Gesellschaft Frankfurt 1997

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 19.11.2017