Philosophie Lexikon der Argumente

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Prädikate, Philosophie, Logik: Symbole, die in logischen Formeln für Eigenschaften stehen können. Tatsächlich steht aber nicht jedes Prädikat für eine Eigenschaft, da es widersprüchliche Prädikate, aber keine widersprüchlichen Eigenschaften gibt. Zum Beispiel kann man sich ein Prädikat „quadrund“ für „quadratisch und rund“ ausdenken, also zwei Eigenschaften, die sich ausschließen. Man kann dann wahrheitsgemäß sagen „Nichts ist quadrund“. Es gibt also mehr Prädikate als Eigenschaften. Siehe auch Rundes Quadrat, Schemabuchstaben, Quantifikation, Logik 2. Stufe, Prädikation, Attribute, Adjektive.
 
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II 47
Frege: Bsp Ein Satz, der von einem Einhorn spricht ist ein Satz ohne Wahrheitswert, Prädikate können nicht zu- oder abgesprochen werden. (>Nichtexistenz - Gedanke: ist derselbe, ob der Ausdruck einen Bezug ("Bedeutung") hat oder nicht.
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Berka I 87
Prädikat/Frege: man könnte mit einem einzigen auskommen: "ist eine Tatsache" - Von Subjekt/Prädikat ist dann keine Rede.
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Brandom I 943
Frege: (große Entdeckung): Es muß in dem Sinne komplexe Prädikate geben: damit die inferentielle Rolle von Sätzen Bsp "Jeder, der jemanden bewundert, bewundert sich selbst" erkannt werden kann. (x)(y)[Rxy > Rxx]. (Kann auch schon in einer Sprache ohne Quantifikation vorkommen) - Strawson: das ist das zweite Unterscheidungsmerkmal von sing Term und Prädikaten: daß Termini quantifiziert werden können.
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EMD II 226ff
Prädikat/Frege: Funktion: nimmt Objekte als Argumente und liefert Wahrheitswerte als Wert.
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Frege II 71
Prädikat/Frege: Bsp "fallend unter den Begriff Mensch" - das bedeutet dasselbe wie "ein Mensch" - ((s) spätere Autoren: "ist ein Mensch" - "ist" gehört zum Prädikat.
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Tugendhat I 192
Prädikat/Frege/Tugendhat: auch bei Frege steht das Prädikat für etwas, aber etwas Ungegenständliches: den Begriff. - (VsGegenstandstheorie) - ("stehen für").
Tugendhat I 193
Prädikat/Frege: hat keine Referenz - nicht weil widersprüchlich, sondern wegen Unbestimmtheit.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Brk I
K. Berka/L. Kreiser
Logik Texte Berlin 1983

Bra I
R. Brandom
Expressive Vernunft Frankfurt 2000

Bra II
R. Brandom
Begründen und Begreifen Frankfurt 2001

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

> Gegenargumente gegen Frege



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 24.05.2017