Philosophie Lexikon der Argumente

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Prädikate, Philosophie, Logik: Symbole, die in logischen Formeln für Eigenschaften stehen können. Tatsächlich steht aber nicht jedes Prädikat für eine Eigenschaft, da es widersprüchliche Prädikate, aber keine widersprüchlichen Eigenschaften gibt. Zum Beispiel kann man sich ein Prädikat „quadrund“ für „quadratisch und rund“ ausdenken, also zwei Eigenschaften, die sich ausschließen. Man kann dann wahrheitsgemäß sagen „Nichts ist quadrund“. Es gibt also mehr Prädikate als Eigenschaften. Siehe auch Rundes Quadrat, Schemabuchstaben, Quantifikation, Logik 2. Stufe, Prädikation, Attribute, Adjektive.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 172
Prädikat/Tugenhat: VsGegenstandstheorie: das Prädikat soll nicht für etwas stehen - wir brauchen eine andere Erklärung.
I 208
Quasi-Prädikate/Tugendhat: Angenommen, wir haben eine primitive Sprache, Äußerung dieser Prädikate nur in Gegenwart des Gegenstands - noch keine Theorie des Gebrauchs - Zusammenfallen von Verwendungs- und Erklärungs-Situation.
I 209
Prädikate/Tugendhat: echte Prädikate müssen situationsunabhängig sein (d.h. gerade von den Umständen unabhängig!) - Situationsunabhängigkeit durch Verbindung mit singulären Termini.
I 295
Prädikate/Tugendhat: nicht alle sind geeignet, innerhalb der Konjunktion umformuliert zu werden: Bsp Peter und Paul stehen nebeneinander: das kann man nicht umformen zu Peter steht nebeneinander und Paul steht nebeneinander.
I 332
Prädikat/Tugendhat: bei Prädikaten geht es nicht um die Verwendungsregel ((s) Gebrauch, Bedeutung), sondern um die Verifikationsregel ((s) Wahrheit).
I 335
Die Verwendungsregel wird nicht durch die besondere Situation bestimmt.
1. die Verwendungsweise von »F« in der besonderen Verwendung "dies ist F" ist gerade schon die allgemeine Verwendungsweise von »F« in beliebigen Sätzen "Fa".
2. Damit ist auch schon das Wort "zutreffen" erklärt: mit einer Wahrheitsbedingung, in der das Wort "zutrifft" nicht mehr vorkommt: wenn man den Satz »dies ist F« in der Situation, in der man das Wort »dies« für "a" ersetzen kann, richtig verwenden kann, »richtig« gemäß der vorausgesetzten Erklärung der Verifikationsregel von "F".
I 332
Quasi-Prädikat/Tugendhat: Bsp in "dies ist rot" könnte "rot" durch aus noch als Quasi-Prädikat fungieren - das Wesentliche kann also nicht schon in der äußerlichen Ergänzung durch "dies ist.." liegen - sondern nur in der besonderen Verwendungsweise (Gebrauch) von "dies" - Prädikat: werden statt Quasi-Prädikat gebraucht, weil wir den Klassifikationsausdruck "F" nicht nur mit anderen Ergänzungsausdrücken verbinden können um etwas anderes zu sagen, als mit "dies ist F", sondern um aus einer anderen Situation heraus dasselbe zu sagen.
I 483
Attribute/Tugendhat: Prädikate beziehen sich auf Attribute - nicht auf Gegenstände.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Tu I
E. Tugendhat
Vorlesungen zur Einführung in die Sprachanalytische Philosophie Frankfurt 1976

Tu II
E. Tugendhat
Philosophische Aufsätze Frankfurt 1992

> Gegenargumente gegen Tugendhat



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.06.2017