Philosophie Lexikon der Argumente

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Propositionen, Philosophie: Propositionen werden als die Bedeutungen von Sätzen bezeichnet, wobei ein Satz als Zeichenkette aufgefasst wird, die noch in Bezug auf eine Situation oder eine Sprecherin interpretiert werden muss. Bsp Ich bin hungrig hat aus dem Mund jedes neuen Sprechers eine andere Bedeutung. Dagegen hat der Satz I am hungry aus dem Mund des Sprechers, der zuerst den deutschen Satz geäußert hat, dieselbe Bedeutung wie der von ihm geäußerte deutsche Satz. Siehe auch Bedeutung, propositionale Einstellungen, Identitätsbedingungen, Opazität, Äußerungen, Sätze.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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I 168
Proposition/GeachVs: eine Proposition ist keine abstrakte Entität. - Proposition wird hier nur "unter Protest" gebraucht: folgendes wird allgemein über Propositionen angenommen:
(i) Jeder unzweideutige Aussagesatz drückt genau eine Proposition aus
(ii) Synonyme Propositionen haben denselben Sinn
(iii) ein "Dass-Satz" bezeichnet, was "p" ausdrückt -
(iv) "Die Proposition dass p" und "der Dass-Satz" "dass p" sind synonyme Bezeichnungen der Proposition
(v) "Die Proposition die von Qp ausgedrückt wird" wobei Qp ein Zitat von p ist, bezeichnet - dieselbe Proposition wie "Die Proposition dass p" - man muss
(iv) nicht so verstehen, dass "dass p" immer ersetzt werden kann durch "die Proposition, dass p"
Aus den obigen Thesen folgt, dass jede oratio obliqua immer übersetzbar ist in oratio recta - James betrachtet die Proposition, die durch "Es gibt Marsmenschen... " ausgedrückt wird, mit Frucht.
GeachVs: aber das kann uns nicht verbieten, einfach abzukürzen: "...hat diese Furcht" - Aber das liefert wiederum kein Kriterium für Synonymie.
I 174/5
Notwendig/Proposition/Geach: wenn die Dass-Sätze Bezeichnungen abstrakter Entitäten sind, dann können diese abstrakten Entitäten keine Propositionen sein. - Grund: wechselseitige strikte Implikation ist kein Identitätskriterium für Propositionen. - Aber: Sie ist eine hinreichende Bedingung in der Modallogik für die Ersetzbarkeit salva veritate von Teilsätzen. - Wir hätten also ein Kriterium für die Identität solcher Entitäten, die von solchen Teilsätzen bezeichnet werden, aber gar keine Notwendigkeit für solche "Designata".
I 176
Proposition/Geach: billige Metaphysik: einfach zu fragen: "Aber was sind Propositionen" so wie "Aber was sind Zahlen?" - Die Referenz z.B. eines Eigennamens einer Zahl zu kennen heißt in der Lage zu sein, Zahlen zu identifizieren und auseinanderzuhalten und das bedeutet umgekehrt, die Wahrheitsbedingungen eines Satzes zu kennen. - Wir könnten eine Theorie der Propositionen aufstellen, ohne zu wissen, was Propositionen eigentlich sind - aber wechselseitiges Entailment für Propositionsgleichheit geht nicht als Kriterium für die Identität ((s) weil intensional).
I 255
Def Proposition/Terminologie/Geach: etwas, das vorgebracht wird, um erwogen zu werden - (Keine Behauptung, ein Vorschlag!) - "Satz" ist eigentlich grammatisch. Ich bevorzuge "Proposition". - Propositionen müssen nicht behauptet werden.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.11.2017