Philosophie Lexikon der Argumente

Screenshot Tabelle Begriffe

 
Propositionen, Philosophie: Propositionen werden als die Bedeutungen von Sätzen bezeichnet, wobei ein Satz als Zeichenkette aufgefasst wird, die noch in Bezug auf eine Situation oder eine Sprecherin interpretiert werden muss. Bsp Ich bin hungrig hat aus dem Mund jedes neuen Sprechers eine andere Bedeutung. Dagegen hat der Satz I am hungry aus dem Mund des Sprechers, der zuerst den deutschen Satz geäußert hat, dieselbe Bedeutung wie der von ihm geäußerte deutsche Satz. Siehe auch Bedeutung, propositionale Einstellungen, Identitätsbedingungen, Opazität, Äußerungen, Sätze.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
Bücher bei Amazon
EMD II 140
Proposition/Davidson: (Bedeutungen als Entitäten) sind nicht unabhängig von Kennzeichnungen: "Die Bedeutung von "Theaetetus fliegt"". - Problem: Relationen zwischen solchen Kennzeichnungen kann man nicht so spezifizieren, dass man die Kompositionalität zeigen kann. - LoarVsDavidson: stattdessen: Semantik möglicher Welten.
II 147
Proposition/Loar: Problem: wenn die Form der Wörter irrelevant ist, wird die Referenz zweifelhaft - das passiert, wenn propositionale Einstellungen eine Relation zwischen Sprecher, Satz und einer intensionalen Entität gemacht werden - Lösung/Frege: "dass S" bezeichnet die Bedeutung von "S" als Entität, aber nicht S als "eine bestimmte Bedeutung habend". - Noch bessere Lösung: parataktische Analyse/Davidson.
- - -
Schiffer I 25f
Loar/Schiffer: stellt eine Theorie auf, in der es ein Paar von Funktionen von Propositionen auf interne Zustände gibt, bei denen die eine vom Inhalt der Theorie bestimmt wird. - Propositionen sind dann externe Indizes der funktionalen Rollen, die man physikalischen Zuständen zuschreiben möchte. - So blieben die Propositionen dem System äußerlich. - Analogie: Physikalische Eigenschaften/Stalnaker: Bsp eine bestimmte Höhe oder Gewicht haben. - Das kann als Relation zwischen einem Ding und einer Zahl angesehen werden, weil sie zu einer Familie von Eigenschaften gehören, die eine gemeinsame Struktur mit den reellen Zahlen haben. - So kann man auch Propositionen herausgreifen: als Relation zwischen Person und Proposition. - Die Theorie hat dann eine Form, wo die quantifizierten Variablen (die "φ-s") über Funktionen gehen, die Propositionen auf physikalische Z-Typen abbilden. - Wenn die Theorie dann wahr ist, haben diese Z-Typen dann die funktionalen Rollen, die die Theorie bestimmt. - (Das alles gilt nur bei angenommener Relationstheorie, d.h. einer Relation zu angenommenen Glaubensobjekten).
Schiffer I 45
Glauben/Loar/Schiffer: begann mit Propositionen - diese wurden später überflüssig. - SchifferVsLoar: die Theorie ist nicht völlig allgemein - nur für normale Erwachsene - nicht immun gegen Zwillingserden-Fälle und Arthritis-Beispiele ((s) >Externalismus, >Arthritis/Shmartritis).


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Loar I
B. Loar
Mind and Meaning Cambridge 1981

EMD II
G. Evans/J. McDowell
Truth and Meaning Oxford 1977

Ev I
G. Evans
The Varieties of Reference (Clarendon Paperbacks) Oxford 1989

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987

Send Link
> Gegenargumente gegen Loar
> Gegenargumente zu Propositionen

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  



> Eigenen Beitrag vorschlagen | > Haben Sie einen Fehler entdeckt? | > Export als BibTeX Datei
 
Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 16.12.2017