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Recht: Ausdruck für die Gesamtheit gesellschaftlich als bindend festgelegter Normen im Gegensatz zu weniger verbindlichen Regeln und Konventionen. Zum Recht gehören Verpflichtungen ebenso wie Berechtigungen. Zur Wahrung der Gleichbehandlung der Mitglieder einer Gesellschaft ist das Recht in Gesetzen niedergelegt. Siehe auch Gesetze, Normen, Werte, Gesellschaft.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Jürgen Habermas über Recht – Lexikon der Argumente

IV 261
Recht/Moral/Habermas: These: höhere Integrationsniveaus können in der sozialen Evolution nicht etabliert werden, bevor sich nicht Rechtsinstitutionen herausgebildet haben, in denen ein moralisches Bewusstsein der konventionellen bzw. postkonventionellen Stufe (Siehe Moral/Kohlberg) verkörpert ist. (1)
IV 458
Recht/Moderne/Habermas: das moderne Zwangsrecht ist von sittlichen Motiven entkoppelt. Das Recht setzt nicht mehr an vorgefundenen Kommunikationsstrukturen an, sondern erzeugt den Kommunikationsmedien entsprechende Verkehrsformen und Weisungsketten. Die traditional eingelebten Kontexte (…) werden in Systemumwelten abgeschoben. Die Grenzen zwischen System und Lebenswelt verlaufen, grob gesagt, zwischen den Subsystemen der Wirtschaft und der bürokratisierten Staatsverwaltung einerseits, und den privaten Lebenssphären sowie die Öffentlichkeit andererseits.

IV 536
Recht/Begründung/Habermas: das moderne Recht ist eine Kombination von Satzungs- und Begründungsprinzip. Das als Steuerungsmedium verwendete Recht ist von der Begründungsproblematik entlastet. Das entspricht der Entkoppelung von System und Lebenswelt. Die Rechtsinstitutionen gehören
IV 537
zur gesellschaftlichen Komponente der Lebenswelt.
Solange das Recht als ein komplexes, mit Geld und Macht verknüpftes Medium funktioniert, erstreckt es sich auf formal organisierte Handlungsbereiche, die als solche unmittelbar in den Formen des bürgerlichen Formalrechts konstituiert worden sind, Hingegen haben Rechtsinstitutionen (siehe Letztbegründung/Habermas) keine konstituierende Kraft, sondern nur regulative Funktion. Sie sind in einem breiteren politisch-kulturellen und gesellschaftlichen Kontext eingebettet. Sie geben den informell bereits konstituierten Handlungsbereichen eine verbindliche, unter staatlichen Sanktionen stehende Form. (Siehe Verrechtlichung/Habermas).


1.J.Habermas, Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus, Frankfurt 1976.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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