Philosophie Lexikon der Argumente

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Reduktionismus, Philosophie: Sammelbegriff für Versuche, entweder Aussagen in einem Fachgebiet auf Aussagen eines Teilgebiets dieses Fachgebiets zurückzuführen oder Aussagen eines Fachgebiets mit Aussagen eines anderen Fachgebiets gleichzusetzen. Dabei geht es vor allem um die Rechtfertigung solcher Übertragungen. Reduktionismus im engeren Sinn ist die These, dass Reduktion möglich ist. Typische Reduktionismen gibt es im Bereich der Philosophie des Geistes. Siehe auch Holismus, Eliminativismus, Materialismus, Physikalismus, Funktionalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.
 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Re III 28
Reduktionismus: der für Wittgenstein zentral war. Für Russell war es ganz klar, dass die Annahme einer zusätzlichen Tatsache zwischen zwei Aussagen absurd und unnötig war:
Bsp »Kennedy ist Präsident« und »Oswald tötete Kennedy« noch eine dritte Tatsache, eine Art Konjunktionstatsache, die die Verbindung wahr mache, absurd und verschwenderisch.
Re III 28
Wenn man die beiden getrennten Tatsachen kennt, lernt man nichts Neues, wenn man sie in Verbindung setzt. Es gibt hinter der Verbindung keine Extratatsache, die zu den getrennten Tatsachen hinzukommt. Ähnlich bei disjunktiven. Was »A oder B« wahr macht, ist keine weitere seltsame disjunktive Tatsache, sondern genau dieselbe Tatsache, die eines der beiden Glieder wahr macht. Sonst erhalten wir einen Regress.
Re III 30
Reduktionismus: müsste die Wahrheit einer negativen Aussage wie »Ruby hat Kennedy nicht getötet« als Ergebnis der Wahrheit einer anderen Aussage erklären, die mit »Ruby tötete Kennedy« unvereinbar wäre.
Re III 31
RussellVsReduktionismus: wendete gegen solche Argumentation ein, dass ein Regress droht: »B ist unvereinbar mit A« ist selbst eine negative Aussage. Um ihre Wahrheit zu erklären, bräuchten wir eine dritte Aussage C, die unvereinbar wäre mit »C ist vereinbar mit A« usw
ReadVsRussell: das ist ein seltsamer Einwand, denn er würde auch gegen jede Konjunktion gelten. Und dann dürfen Wahrheitsbedingungen für konjunktive und disjunktiv Aussagen nicht konjunktiv bzw. disjunktiv sein.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

> Gegenargumente zu Reduktionismus



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.06.2017