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Künstliche Intelligenz: die Fähigkeit künstlicher Systeme, Muster und Redundanzen zu erkennen, unvollständige Folgen zu vervollständigen, Probleme neu zu formulieren und zu lösen und Wahrscheinlichkeiten abzuschätzen. Dabei handelt es sich nicht um eine Automatisierung menschlichen Verhaltens, denn eine solche Automatisierung könnte in einem mechanischen Nachahmen bestehen. Vielmehr werden künstliche Systeme nur dann von Menschen zur Entscheidungsfindung herangezogen, wenn diese Systeme zunächst autonome Entscheidungen getroffen haben.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Stephen Wolfram über K��nstliche Intelligenz – Lexikon der Argumente

Brockman I 268
Künstliche Intelligenz/Wolfram: Wenn wir die Zukunft der KI betrachten, müssen wir über die Ziele nachdenken. Das ist es, was die Menschen beitragen, das ist es, was unsere Zivilisation beiträgt. Die Umsetzung dieser Ziele ist das, was wir zunehmend automatisieren können. >Zwecke/Wolfram, >Neuronale Netze/Wolfram.
Brockman I 271
Expertensysteme/Wolfram: (...) Es gab einen Trend zu Geräten, welche als Expertensysteme bezeichnet wurden, die in den späten 70er und frühen 80er Jahren entstanden sind. Die Idee war, eine Maschine die Regeln lernen zu lassen, die ein Experte anwendet, und dadurch herauszufinden, was zu tun ist. Das verlief sich im Nichts. Danach wurde die KI kaum mehr als eine verrücktes Bestreben.
Mein ursprünglicher Glaube war, dass man, um ein ernsthaftes computergestütztes Wissenssystem zu schaffen, zuerst ein hirnähnliches Gerät bauen und es dann mit Wissen versorgen musste - so wie Menschen in der Standardausbildung lernen. Jetzt wurde mir klar, dass es keine klare Grenzlinie zwischen dem, was intelligent ist, und dem, was einfach computerbasiert ist, gibt.
Wolfram Alpha: Ich hatte angenommen, dass es einen magischen Mechanismus gab, der uns wesentlich leistungsfähiger machte als alles, was nur computerbasiert war. Aber diese Annahme war falsch. Was ich herausgefunden habe, ist, dass man eine große Sammlung der Weltkenntnis nehmen und automatisch Fragen auf der Grundlage davon beantworten kann, indem man im Wesentlichen nur Computationstechniken verwendet.
Data-Mining / Wolfram: (...) was Sie normalerweise tun, wenn Sie ein Programm erstellen, ist, es Schritt für Schritt zu erstellen. Aber Sie können auch das Computeruniversum und die Mining-Technologie aus diesem Universum heraus erkunden.
Brockman I 272
Es gibt alle Arten von Programmen da draußen, sogar kleine Programme, die komplizierte Dinge tun.
Computersprache/Wolfram: Sie benötigen eine Computersprache, die anspruchsvolle Konzepte in einer Weise darstellen kann, die schrittweise aufgebaut werden kann und die zudem in der natürlichen Sprache nicht möglich ist.
Traditioneller Ansatz: Eine Computersprache wird erzeugt, indem man eine Sprache erstellt, die Operationen repräsentiert, die Computer von Natur aus beherrschen: Zuweisung von Speicher, Setzen von Werten für Variablen, Iteration von Dingen, Ändern von Programmzählern, etc.
Lösung/WolframVsTradition: Erzeuge eine Sprache, die nicht auf die Computer, sondern auf die Menschen eingeht, um alles, was ein Mensch denkt, zu nehmen und in eine Form umzuwandeln, die der Computer verstehen kann.
Brockman I 275
Künstliche Intelligenz/Wolfram. Grundkomponenten: physiologische Erkennung, Sprachübersetzung, Stimme-zu-Text. Dies sind im Wesentlichen einige der Verknüpfungen zur Weise, wie wir Maschinen herstellen, die in ihrem Verhalten menschenähnlich sind. >Computersprachen/Wolfram, >Formalisierung/Wolfram, >Turing-Test/Wolfram, >Mensch-Maschine-Kommunikation/Wolfram.
Brockman I 277
Die KI wird wissen, was Sie vorhaben, und sie wird gut darin sein, herauszufinden, wie man dorthin gelangt. Mehr noch, es wird eine KI geben, die Ihre Geschichte kennt und weiß, dass Sie, wenn Sie ein Abendessen online bestellen, wahrscheinlich dies und dies wollen, oder wenn Sie dieser Person eine E-Mail schicken, sollten Sie mit ihr über dies und dies sprechen. Immer mehr werden uns die Kls vorschlagen, was wir tun sollen, und ich vermute, dass die meisten Menschen dem einfach zustimmen werden. >Software/Wolfram.
Brockman I 283
Das Problem der abstrakten KI ist ähnlich wie das Problem der Erkennung außerirdischer Intelligenz: Wie stellt man fest, ob es einen Zweck hat oder nicht? Wir sagen Dinge wie: "Nun, die KI wird intelligent sein, wenn sie bla-bla-bla-bla kann." Aber es gibt viele andere Wege, um zu diesen Ergebnissen zu gelangen. Auch hier gibt es keine klare Grenze zwischen Intelligenz und bloßer Computation.


Wolfram, Stephen (2015) „Artificial Intelligence and the Future of Civilization” (edited live interview), in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Wolfram, Stephen

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019

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