Philosophie Lexikon der Argumente

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Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Brockman I 278
Software/Wolfram: Die heutige Programmierung wird in nicht allzu langer Zeit obsolet sein. Zum Beispiel lernen Menschen keine Assemblersprache mehr, weil Computer besser darin sind, Assemblersprache zu schreiben als Menschen, und nur eine kleine Gruppe von Menschen muss die Details darüber kennen, wie Sprache in Assemblersprache kompiliert wird. Vieles, was heute von Armeen von Programmierern getan wird, ist ähnlich profan. Es gibt keinen guten Grund für Menschen, Java-Code oder JavaScript-Code zu schreiben. Wir wollen den Programmierprozess so automatisieren, dass das, was wichtig ist, von dem, was der Mensch erledigt haben möchte, so automatisch wie möglich auf die Maschine übertragen wird und sie dazu bringt, dies auszuführen. Dies wird diese Ausgleichung erhöhen, was mich interessiert. Ein einzeiliger Code macht bereits etwas Interessantes und Nützliches. Es ermöglicht einer großen Bandbreite von Menschen, die Computer dazu bringen, Dinge für sie zu tun.
Brockman I 279
Wie wird die Welt aussehen, wenn die meisten Leute Code schreiben können? Ein Merkmal von Code ist, dass er sofort ausführbar ist; es ist nicht wie Schreiben. Wenn man etwas schreibt, muss es jemand lesen, und das Gehirn, welches es liest, muss die Gedanken aufnehmen, die von der Person kamen, die es geschrieben hat.
Brockman I 280
Wie würde die Welt aussehen, wenn die meisten Leute kodieren könnten? Offensichtlich würden sich viele triviale Dinge ändern: Verträge würden im Code geschrieben werden (...),
Brockman I 281
einfache Dinge wie diese würden sich ändern. Aber auch viel tiefgreifendere Dinge würden sich ändern. Nehmen wir die High-School-Ausbildung. Das Ausgangsmaterial für einen typischen Aufsatz eines High-School-Schülers ist etwas, das bereits geschrieben wurde; Schüler können in der Regel nicht einfach neues Wissen generieren. Aber in der Computerwelt wird das nicht länger zutreffen. Wenn die Schüler etwas über das Schreiben von Code wissen, greifen sie auf all die digitalisierten historischen Daten zu und finden etwas Neues heraus. Dann schreiben sie einen Aufsatz über etwas, das sie entdeckt haben. Die Errungenschaft der wissensbasierten Programmierung besteht darin, dass sie nicht mehr steril ist, weil sie die Weltkenntnis in die Sprache einfließen lässt, in der man Code schreibt.


Wolfram, Stephen (2015) „Artificial Intelligence and the Future of Civilization” (edited live interview), in: Brockman, John (ed.) 2019. Twenty-Five Ways of Looking at AI. New York: Penguin Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Wolfram, Stephen

Brockman I
John Brockman
Possible Minds: Twenty-Five Ways of Looking at AI New York 2019

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