Philosophie Lexikon der Argumente

 
Relationen, Philosophie: Das, was an Gegenständen oder Zuständen entdeckt werden kann oder hergestellt wird, wenn man sie mit anderen Gegenständen oder anderen Zuständen im Hinblick auf eine ausgewählte Eigenschaft vergleicht. Z.B. sind festgestellte Größenunterschiede zwischen Gegenständen A und B, die mit dem Ausdruck „größer“ oder „kleiner“ als Verbindungsglied in eine sprachliche Ordnung gebracht werden, Feststellungen von Relationen, die zwischen den Gegenständen bestehen. Identität oder Gleichheit wird von den meisten Autoren nicht als Relation akzeptiert. Siehe auch Raum, Zeit, Ordnung, Kategorien, Reflexivität, Symmetrie, Transitivität.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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I 217
Relation/Geach: statt Klasse: Lösung für Probleme: eine Klasse darf kein Objekt sein (> Paradoxien) Relation: Bsp Messer/Teller: neben jeden Teller wird ein Messer gelegt, ohne die Teller oder die Messer zu zählen. Es werden keine Klassen verglichen. - Bsp Vater-Sohn-Enkel: gleiche Relation, aber kein gemeinsamer Gegenstand - (Mengen dürfen nicht als Objekt behandelt werden).
I 249
Relation/Geach: "höher" ist logisch dieselbe Relation ob man Häuser oder Töne meint; aber das heißt nicht, dass wir nur eine Relation zu lernen haben.
I 294
Relation/GeachVs Zwei-Namen-Theorie/ZNT: für sie gibt es keine Relationen > Ockham: daher gibt es für ihn nur relative Termini: als Namen der Dinge: Problem: "Vater von Salomo", "Sohn von Isaak": wie würde sich das unterscheiden von "Vater des Isaak", "Sohn des Salomo"? - Dreifaltigkeit: weil er Relationen in rebus ablehnt, kann Ockham nichts dagegen tun, dass es widersprüchlich ist, dass ein Ding zugleich eins und drei ist. - Thomas von AquinVsOckham: Thomas kann das wohl: für ihn ist "res" transzendental (kategorienübergreifend): zugleich res absoluta und auf Relationen anwendbar.
I 318f
Thomas von Aquin: hat klar den Unterschied gesehen:
a) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht notwendig so sein muss, wie die Situation ist - und
b) zu sagen, dass ein wahrer Gedanke nicht eine Situation so repräsentieren muss wie diese Situation ist.

Relation/relationale Sätze/Geach: es ist falsch zu behaupten, dass solche Sätze nicht nach Subjekt/Prädikat analysiert werden könnten - als ob keine Prädikation gemacht würde, sondern nur eine Relation zwischen A und B gezeigt würde. - Dann könnte man die beiden Sätze a) und b) von Thomas nicht unterscheiden. - Geach: das zeigt, dass Zugang zu Relationen nicht über das Wort "zwischen" hergestellt werden kann.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

Gea I
P.T. Geach
Logic Matters Oxford 1972

> Gegenargumente gegen Geach

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 22.09.2017