Philosophie Lexikon der Argumente

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Rationalität, Philosophie: die Fähigkeit eines Wesens, sich aufgrund von Verallgemeinerungen seiner Erfahrungen bewusst einer Situation anzupassen. Es kann dann auch rational sein, etwas Neues lernen zu wollen. Siehe auch System, Ordnung, Kreativität, Entdeckungen, Bewertung, Wiederholung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten
Norvig I 614
Rationalität/KI-Forschung/Norvig/Russell: Das Präferenzverhalten eines Agenten bedeutet nicht unbedingt, dass der Agent diese Nutzenfunktion in seinen eigenen Überlegungen explizit maximiert. (...) Rationales Verhalten kann auf beliebig viele Arten erzeugt werden. Durch die Beobachtung der Präferenzen eines rationalen Agenten kann ein Beobachter jedoch die Nutzenfunktion konstruieren, die das repräsentiert, was der Agent tatsächlich zu erreichen versucht (auch wenn der Agent es nicht weiß). >Nutzentheorie/Norvig, >Präferenzen/Norvig.
Norvig I 615
[Eine Präferenz] mag ungewöhnlich sein, aber wir können sie nicht als irrational bezeichnen.
Norvig I 619
Irrationalität/Norvig/Russell: Die Entscheidungstheorie ist eine normative Theorie: sie beschreibt, wie ein rationaler Agent handeln sollte. Eine deskriptive Theorie hingegen beschreibt, wie tatsächliche Agenten (...) wirklich handeln. Die Anwendung der Wirtschaftstheorie würde erheblich verbessert, wenn beides zusammenfiele, aber es scheint einige experimentelle Beweise für das Gegenteil zu geben. Die Beweise legen nahe, dass Menschen "vorhersehbar irrational" sind (Ariely, 2009)(1). >Allais-Paradoxon/Norvig, >Ellsberg-Paradoxon/Norvig, >Sicherheitseffekt/Kahneman/Tversky, >Nutzen/KI-Forschung.
Norvig I 638
Literatur: Populäre Bücher über die menschliche Irrationalität: Sway (Brafman und Brafman, 2009)(2), Nudge (Thaler und Sunstein, 2009)(3), Kluge (Marcus, 2009)(4), How We Decide (Lehrer, 2009)(5) und On Being Certain (Burton, 2009)(6). Sie ergänzen den Klassiker (Kahneman et al., 1982)(7) und den Artikel, mit dem alles begann (Kahneman und Tversky, 1979)(8).


1. Ariely, D. (2009). Predictably Irrational (Revised edition). Harper.
2. Brafman, O. and Brafman, R. (2009). Sway: The Irresistible Pull of Irrational Behavior. Broadway
Business.
3. Thaler, R. and Sunstein, C. (2009). Nudge: Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness.
Penguin.
4. Marcus, G. (2009). Kluge: The Haphazard Evolution of the Human Mind. Mariner Books.
5. Lehrer, J. (2009). How We Decide. Houghton Mifflin.
6. Burton, R. (2009). On Being Certain: Believing You Are Right Even When You’re Not. St. Martin’s Griffin.
7. Kahneman, D., Slovic, P., and Tversky, A. (Eds.). (1982). Judgment under Uncertainty: Heuristics and
Biases. Cambridge University Press.
8. Kahneman, D. and Tversky, A. (1979). Prospect theory: An analysis of decision under risk. Econometrica, pp. 263–291.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
KI-Forschung

Norvig I
Peter Norvig
Stuart J. Russell
Artificial Intelligence: A Modern Approach Upper Saddle River, NJ 2010

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