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Sachverhalte: Ausdruck für etwas, das durch einen Satz dargestellt werden kann. Siehe auch Tatsachen, Situationen, Handlungen, Gegenstände, Zustände, Atomsätze, Protokollsätze.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Ludwig Wittgenstein über Sachverhalte – Lexikon der Argumente

Dummett I 160
Wittgenstein/Sachverhalt: stellt sogar den "Sachverhalt" in Frage: sobald wir gesehen haben, dass es eine Vielzahl von Umständen gibt, die zu der Äußerung "mit einem Schlag verstand er" führen können, werden wir geheilt sein von dem Drang, uns auf einen unabhängig denkbaren "Sachverhalt" zu berufen, durch den eine solche Aussage wahr gemacht werden könnte.
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Chisholm II 166
Sachverhalt/Wittgenstein: keine Tatsache - er liegt zwischen Tatsachen in Abstraktion von ihrem Bestehen und Komplexen - ein Atomsatz ist wahr, wenn ein korrespondierender Komplex existiert.
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Wittgenstein VI 70
Def Sachverhalt/Tractatus/Schulte: Verbindung von Gegenständen (Sachen, Dingen). Dass sich Dinge in bestimmter Weise verhalten, ist eine Def Tatsache. - Sachverhalt: entspricht Elementarsatz - Tatsache: entspricht dem logischen Produkt von Elementarsätzen.
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Hintikka I 67 ff
Sachverhalt/Gegenstand/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka:
2.03 Im Sachverhalt hängen die Gegenständen ineinander wie die Glieder einer Kette.
2.031 Im Sachverhalt verhalten sich die Gegenstände in bestimmter Art und Weise zueinander.
Abbildtheorie/Bildtheorie/Wittgenstein/Früh: wenn der Satz ein sprachliches Gegenstück zum Sachverhalt ist, dann:
I 68
"Wohlgemerkt, jene Verbindung ist keine Relation, sondern nur das Bestehen einer Relation."
I 73 ff
Existenz/Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Hintikka: anders als Frege fasst Wittgenstein im Tractatus eine Ontologie der möglichen Sachverhalte ins Auge.
Nach Wittgenstein hat es kaum Sinn, von einer möglichen Existenz zu reden. D.h. dass wir die tatsächlichen Gegenstände so auffassen müssen, als existiere jeder mit Notwendigkeit!
Natürlich glaubt Wittgenstein nicht, er könne sagen, dass Gegenstände notwendig existieren. Eben darin liegt nach ihm die Transzendentalität der Gegenstände und diese macht wie er meint, den Kern der Transzendentalität der Logik aus (6.13).
Dennoch ist klar, dass Wittgenstein die wichtige, aber nicht ausdrückbare Voraussetzung der notwendigen und notwendig vollständigen Existenz der Gegenstände tatsächlich macht.
Folge: nicht nur alle tatsächlichen Sachverhalte, sondern darüber hinaus alle möglichen Sachverhalte müssen so aufgefasst werden, als seien sie aus denselben Gegenständen aufgebaut.
Mögliche welt//Tractatus/Wittgenstein: 2.022 "Es ist offenbar, dass auch eine von der wirklichen noch so verschiedene Welt etwas - eine Form - mit der wirklichen Welt gemein haben muss.
2.023 „Diese feste Form besteht eben aus den Gegenständen."
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III 141
Def Sachverhalt/Tractatus/Wittgenstein/Flor: Kombination von einfachen Gegenständen ohne Qualitätsmerkmale! Die Sachverhalte sind voneinander völlig unabhängig. Bsp Im Tractatus gibt es wieder ein Beispiel für einen Sachverhalt noch für einen Gegenstand!
Mit der Wiedergabe sämtlicher Gegenstände im Verhältnis ihrer Positionen sind auch sämtliche Sachverhalte abgedeckt. Sämtliche Welten.
III 142
Es muss eine absolute Unterscheidung zwischen dem Einfachen und dem Komplexen geben.
Ontologie/Tractatus/Wittgenstein/Flor: muss in der Angabe einer absoluten Bestimmung des Denkbaren und Möglichen bestehen.
Bildtheorie Tractatus/Wittgenstein/Flor: ein Elementarsatz verkörpert einen Sachverhalt dadurch, dass er die gleiche logische Form hat. Jedem Element im Bild entspricht ein und nur ein Element des in dem Bild dargestellten Sachverhalts. Die Elemente des Elementarsatzes, die Namen, entsprechen bestimmten Gegenständen des Sachverhalts. Der Name steht stellvertretend für den Gegenstand. (Stellvertreter!).
Die Konfiguration der Bildelemente entspricht der Konfiguration der Gegenstände im Sachverhalt. Durch eine bloße Gruppierung lässt sich kein Sachverhalt herstellen. Eine solche Gruppierung ist auch nicht wahr oder falsch.
III 149
Sinn/Zeigen/Tractatus/Wittgenstein/Flor: da alle Sachverhalte ein Teil der möglichen Welten sind, kann der Sinn der Welt nicht selbst ein Sachverhalt, ein Teil der möglichen Welt sein.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

W II
L. Wittgenstein
Vorlesungen 1930-35 Frankfurt 1989

W III
L. Wittgenstein
Das Blaue Buch - Eine Philosophische Betrachtung Frankfurt 1984

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Dummett I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Dummett II
Michael Dummett
"What ist a Theory of Meaning?" (ii)
In
Truth and Meaning, G. Evans/J. McDowell Oxford 1976

Dummett III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

Dummett III (a)
Michael Dummett
"Truth" in: Proceedings of the Aristotelian Society 59 (1959) pp.141-162
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (b)
Michael Dummett
"Frege’s Distiction between Sense and Reference", in: M. Dummett, Truth and Other Enigmas, London 1978, pp. 116-144
In
Wahrheit, Stuttgart 1982

Dummett III (c)
Michael Dummett
"What is a Theory of Meaning?" in: S. Guttenplan (ed.) Mind and Language, Oxford 1975, pp. 97-138
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (d)
Michael Dummett
"Bringing About the Past" in: Philosophical Review 73 (1964) pp.338-359
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Dummett III (e)
Michael Dummett
"Can Analytical Philosophy be Systematic, and Ought it to be?" in: Hegel-Studien, Beiheft 17 (1977) S. 305-326
In
Wahrheit, Michael Dummett Stuttgart 1982

Chisholm I
R. Chisholm
Die erste Person Frankfurt 1992

Chisholm II
Roderick Chisholm

In
Philosophische Aufsäze zu Ehren von Roderick M. Ch, Marian David/Leopold Stubenberg Amsterdam 1986

Chisholm III
Roderick M. Chisholm
Erkenntnistheorie Graz 2004

W IV
L. Wittgenstein
Tractatus logico-philosophicus Frankfurt/M 1960

Hintikka I
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
Untersuchungen zu Wittgenstein Frankfurt 1996

Hintikka II
Jaakko Hintikka
Merrill B. Hintikka
The Logic of Epistemology and the Epistemology of Logic Dordrecht 1989

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