Philosophie Lexikon der Argumente

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Schmerz, Philosophie des Geistes: In der philosophischen Diskussion geht es um die Besonderheiten des Begriffs Schmerz im Gegensatz zu anderen Begriffen wie Wahrnehmungen, Empfindungen und Reizen. Insbesondere geht es darum, wie das Verhältnis zwischen körperlicher und geistiger Realisation von Schmerzen beschaffen ist. Siehe auch Leib-Seele-Problem, Fremdpsychisches, Starrheit, Mögliche Welten, Semantik möglicher Welten, Wahrnehmung, Introspektion, Privatsprache, Notwendigkeit, Gewissheit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Exzerpt Metadaten

 
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Frank I 129
Marsmenschenschmerz/LewisVsQuine/VsNaturalisierte Erkenntnistheorie. - Physikalistisches Vokabular muss nicht zutreffen.
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Lewis I 39f
Schmerz/Lewis: eine Theorie des Geistes sollte die Möglichkeit von verrücktem Schmerz (gleiche Zustände, abweichende Auswirkung) und Marsmenschenschmerz: andere Zustände, gleiche Auswirkungen) nicht ausschließen - aber es sollte einen einfachen Sinn von Schmerz geben, in dem wir alle Schmerzen haben können. - verrückter Schmerz /Marsmenschenschmerz: zeigen dass kausale Rolle, Schmerz und physikalische Realisierung nur kontingent verknüpft sind.
I 41
Problem: wie können wir trotz der Anerkenntnis dieser Tatsache, Schmerz a priori durch kausale Rolle charakterisieren? - Identitätstheorie: löst das Problem beim Verrückten Schmerz, scheitert aber am Marsmenschenschmerz. - Behaviorismus: bei ihm ist es umgekehrt.
I 42
Schmerz/Lewis: wenn ein bestimmter neuronaler Zustand mit Vorliebe Schmerzen verursacht, dann ist dieser Zustand Schmer - aber der Begriff des Schmerzes ist nicht der Begriff dieses neuronalen Zustands. - "Der Begriff des..." ist ein intensionaler Funktor. - Die beiden Begriffe hätten auf etwas verschiedenes zutreffen können, wenn die kausale Rolle anders wäre - Schmerz wäre etwas anderes gewesen. - Es hätte sein können, dass der Inhaber der Rolle sie nicht innehat und irgendein Nichtinhaber sie innehat.
Lewis/Armstrong: Schmerz ist nicht-starr - dennoch kein zufälliges Zusammentreffen zweier Zustände (Schmerz plus neuronaler Zustand) sondern ein einziger.
Schmerzen sind also definiert durch das, was die Mehrheit üblicherweise... (I 33 ff)
I 40
Verrückter Schmerz: gleiche Zustände - verschiedene Auswirkung. Von ihm lernen wir, dass Schmerz bloß kontingent mit seiner kausalen Rolle verknüpft ist.
I 42
Marsmenschenschmerz: andere Zustände (als unsere) - gleiche Auswirkungen. Von ihm lernen wir, dass Schmerz mit seiner physischen Realisierung bloß kontingent verknüpft ist.
Aber der Begriff des Schmerzes ist nicht der Begriff dieses neuralen Zustands. (>Begriff, >Identität).
I 42
Der Begriff des.. ist ein intensionaler Funktor. Die beiden Begriffe hätten auf etwas verschiedenes zutreffen können, wenn die kausale Rolle anders wäre.
Lewis/Armstrong: Der Begriff des Schmerzes ist ein nichtstarrer Designator.
I 52
Identität Schmerz/neuraler Zustand: kontingent. Aber ich sage nicht, dass wir zwei Zustände haben.
Wenn der Betreffende Schmerz empfindet, ist es Schmerz, gleichgültig, welche kausale Rolle oder physische Beschaffenheit der Zustand hat. Andernfalls ist es kein Schmerz.
Schw I I 146
Schmerz/Lewis/Schwarz: Zustand mit der und der kausalen Rolle. - ((s) Dann auch biochemischer Zustand(-styp) mit der gleichen kausalen Rolle: daher Identifikation über ebendiese Rolle.) -((s)Vs(s): dann zirkulär: > Theorie der Referenz).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

LW I
D. Lewis
Die Identität von Körper und Geist Frankfurt 1989

LW II
D. Lewis
Konventionen Berlin 1975

LW IV
D. Lewis
Philosophical Papers Bd I New York Oxford 1983

LW V
D. Lewis
Philosophical Papers Bd II New York Oxford 1986

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

Fra I
M. Frank (Hrsg.)
Analytische Theorien des Selbstbewusstseins Frankfurt 1994

LwCl I
Cl. I. Lewis
Mind and the World Order: Outline of a Theory of Knowledge (Dover Books on Western Philosophy) 1991

> Gegenargumente gegen Lewis



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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 25.07.2017