Philosophie Lexikon der Argumente

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Sinn, Philosophie: Sinn ist eine Eigenschaft von Aussagen, die die Feststellung des Wahrheitswerts (wahr oder falsch) grundsätzlich ermöglicht, wenn auch nicht garantiert. Auch falsche Aussagen haben Sinn, sonst könnte ihre Falschheit nicht festgestellt werden. Sinnlos ist demnach, was nicht negiert werden kann. Aussagen über die Zukunft erlauben eine Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, wenn sie sinnvoll sind ohne einen Wahrheitswert zu haben. Wünsche und Befehle sind sinnvoll und verstehbar, wenn sie in negierbare Aussagesätze umformuliert werden können. Siehe auch Verstehen, Negation, Wahrheitswerte, Verifikation, Bestimmtheit, Unbestimmtheit, Wahrscheinlichkeit, Fregescher Sinn.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

 
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Dummett III 56ff
Sinn/Frege: zwei Argumente. 1. Satz ist die kleinste Einheit - 2. Wahrheit spielt die entscheidende Rolle bei Erklärung der Bedeutung. - Sinn: ist Bestandteil der Bedeutung, relevant für Wahrheit oder Falschheit - Die Bedeutung eines Satzes als solche bestimmt nicht die Wahrheit. - Der Sinn bestimmt also nur die Wahrheitsbedingungen. - Wahrheit hängt auch von Beschaffenheit der Welt ab. - Wenn der Sinn den semantischen Wert bestimmt, ist der Beitrag der Welt bereits vorausgesetzt.
Dum III 64
Sinn/Bezug/Frege: 1. Das Argument (Ein Satz ist die kleinste Sinneinheit) hat zwei Prämissen: a) alles prädikative Wissen beruht auf propositionalem Wissen. - b) Für bestimmtes prädikatives Wissen gibt es mehr als nur eine Proposition. - Daher ist keine bloße Kenntnis des Bezugs möglich.
Dum III 74
Sinn/Dummett: nicht nur durch Verifikationsmethode, sondern durch Begreifen, welche Umstände verwirklicht sein müssen. - (Bsp Goldbachsche Vermutung)
Sinn/Bezug/Bivalenz/Dummett: Zweiwertigkeit: Problem: nicht jeder Satz hat einen solchen Sinn, daß wir ihm im Prinzip, wenn er wahr ist, als wahr erkennen können (Einhorn, Goldbachsche Vermutung) - aber Freges Argument hängt gar nicht von Zweiwertigkeit ab.
III 76
Zweiwertigkeit gilt allerdings doch für Elementarsätze: wenn hier der semantische Wert die Extension ist, muss aber nicht entschieden werden können, ob das Prädikat zutrifft oder nicht. - Die Anwendung kann vielleicht nicht effektiv entschieden werden, aber das (undefinierte) Prädikat kann verstanden werden, ohne den semantischen Wert (hier: Wahrheitswert) zuteilen zu können. - Daher Unterscheidung von Sinn und semantischer Wert.
Dum III 133
Sinn/Frege/Dummett: wird durch die Gegebenheitsweise (GW) konstituiert - ist aber nicht mit ihr identisch.
- - -
Frege V 100f
Bedeutung/Sinn/Frege/Husted: wenn beide gleich wären, könnte ein Satz nichts mitteilen, was jeder, der den Namen versteht, nicht bereits wüßte - Bedeutung eines namens: der Gegenstand - daß ein Name für einen Gegenstand steht ist eine Folge, nicht Teil des Umstands daß er einen Sinn hat.
V 103
Frege: Sinn des Satzes = Wahrheitsbedingung > Dummett > Wittgenstein - Verstehen, wissen, was der Fall sein muß.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.

F I
G. Frege
Die Grundlagen der Arithmetik Stuttgart 1987

F II
G. Frege
Funktion, Begriff, Bedeutung Göttingen 1994

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

Du I
M. Dummett
Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992

Du III
M. Dummett
Wahrheit Stuttgart 1982

F IV
G. Frege
Logische Untersuchungen Göttingen 1993

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Hg. Martin Schulz, Abfragedatum 21.10.2017